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"Hotel Cabana", das ist eine chillige, softe, soulige und ziemlich gute Mischung aus relaxten, gemäßigten Rap-Songs. Hier kommt tatsächlich sowas wie ein "Hotel-Gefühl" auf. Man hat den Eindruck, als würde man hier durch ein Hotel im Süden wandeln. Und man kann schon fast die salzige Meeresbrise schmecken. Meeresrauschen in der Ferne ... Man riecht förmlich den Duft von gegrilltem Fleisch. Man hört das Klirren von Gläsern. Und man hört direkt leises Frauenlachen. Man riecht Zigarrenrauch. Fröhlichkeit liegt in der Luft. Die Luft vibriert. Alles ist gut. Es ist Sommer. Es ist Urlaub. Wir sind im Hotel. Die Welt ist sowas von in Ordnung ...

Und man hat das Gefühl, man könnte im Hotel Cabana eine Tür nach der anderen öffnen und in jedem Zimmer etwas anderes vorfinden. Mal singt eine rauchige Frauenstimme einen souligen Lovesong. Dann singt eine angenehme Männerstimme "No One's Here to Sleep". Das bekannte "Get Lucky" mal in einer komplett anderen Version, in einer gechillten Club-Version. Schließlich lädt uns "La La La" zum Mitträllern ein. Und das eher fröhliche "Lifted" hören wir auch nicht zum ersten Mal ...

Ich bin gern zu Gast im Hotel Cabana und fühle mich extremst wohl. Eine Wohlfühl-Musik, die man auch prima hören kann, wenn man am Schreibtisch sitzt und eigentlich arbeitet ... Ein bisschen nebenher vom Sommer-Sonne-Sand-Club-Glück zu träumen, kann ja auch nicht schaden ...

c) M.

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Bordell-Einblicke

Auf "Bel Ami" war ich einerseits sehr gespannt, wusste ich aber doch anderseits nicht, was mich erwartet. Und ich wurde nicht enttäuscht. Ganz im Gegenteil. Detlef Uhlmann hat mich mit den Einblicken  in sein Leben, die er uns gewährt, positiv überrascht und extrem gut unterhalten.

Von Anfang bis Ende war "Bel Ami" aus meiner Sicht interessant, spannend und lesenswert. Vermutlich auch wegen der relativ simplen Sprache. Ließ sich einfach gut lesen. Hier schreibt ja kein intellektueller Philosoph, sondern ein Bordell-Besitzer. Und natürlich kommen da schon auch mal Sprüche vor, bei denen man sich seinen Teil denkt. Aber ... hey ... ich hatte noch nie das Vergnügen, einen Bordell-Besitzer reden zu hören. In so fern war's für mich schlicht und ergreifend interessant ...

Und klar klingt es unangebracht dekadent, wenn er z.B. schreibt: "Ich war in die Betrachtung eines kleinen Flecks vertieft, den ich auf meiner weißen Versace-Hose entdeckt hatte. Ich grübelte über seine Herkunft nach: Er war nicht groß, störte aber dennoch ungemein mein Wohlbefinden ..." Aber im Laufe des Buches lernt man diesen Mann besser kennen. Sein Äußeres ist ihm eben sehr wichtig. Und schließlich hat er sich sein Geld auch selbst erarbeitet ...

Detlef Uhlmann lässt uns hier eigentlich komplett an seinem Leben teilhaben. Und das ist das Schöne. Er nimmt kein Blatt vor den Mund. Er spricht alles klar und deutlich an. Das macht ihn sympathisch und ehrlich.

Und wir erfahren hier nicht nur sein privates Leben, sondern wir bekommen hier auch Einblick in das "Bel Ami", einst Deutschland edelstes Bordell. Wer hier so was wie einen "Bericht aus dem Puff" erwartet, wird enttäuscht werden. Natürlich erzählt "Daddy", wie er von vielen genannt wird, auch von der einen oder anderen Orgie und von dem Treiben allgemein in seinem Bordell. Aber er tut das nie vulgär, nie ordinär. Zwar in einer direkten Sprache. Aber immer mit Niveau. So dass wirklich alles schön zu lesen ist: Sein privates Jet-Set-Leben und die Arbeit im Bordell.

Und auch wenn er mit diversen Sprüchen als Macho bezeichnet werden kann, so muss man ihm auch eins zugute halten: Er liebte und verehrte die Frauen. Und er hat sich stets mit den Schönsten umgeben. Auch, wenn er die Frauen nie zu 100 % verstanden hat, so liebte er sie doch, was man z.B. aus solchen Sätzen von ihm sehr gut erkennen kann: "Sie wirkte auf mich wie eine dem Wasser entstiegene Nymphe, deren weiße Haut ein Sterblicher nur einmal im Leben berühren durfte, um dann mit dem Leben dafür zu bezahlen ..."

Er liebte sie alle und er hatte sie alle. Und obwohl er eine junge, hübsche Frau hat, konnte er ihr trotzdem nicht treu sein. Was allerdings in seinem Metier nichts Besonderes ist. Er war stets von wunderschönen und willigen Frauen umgeben. Da war es für ihn klar, dass, wenn er sich mit einer einließ, das nichts mit seiner Frau zu tun hatte. Aber seine junge Frau begriff schnell, dass Monogamie für ihn nichts ist!

Interessant und schön trotzdem zu lesen, wie es mit seiner Ehe bergauf und bergab ging. Auch ein Bordell-Besitzer ist eben nur ein (Ehe)-Mann ... Spannend auch seine Reise-Berichte. Er war stets viel unterwegs. Entweder mit seiner Frau. Wenn diese nicht mit wollte, dann fand er an jedem Ort eine schöne, willige Frau. Und immer beschreibt er die Frauen ganz besonders. Für ihn sind sie immer begehrenswert. Und er findet sie immer und überall.

Da ein "normaler Mensch" eher selten Einblick in das Geschäftsleben eines Bordells hat, war es für mich sehr spannend zu lesen, was in so einem Bordell ab geht. Sowohl vor, als auch hinter den Kulissen, in den Köpfen und in den Körpern. Es wird nichts tabuisiert, "Daddy" beschreibt die Geschehnisse aber relativ pragmatisch. Seine Ausführungen, auch wenn sie direkt und offenherzig sind, sind niemals schmuddlig!

Danke, Herr Uhlmann, für diese Einblicke! Von mir eine absolute Empfehlung. Denn wie oft bekommt man schon ein wirklich authentisches Buch in die Hände und noch dazu von einem Mann, der einen Beruf hatte, um den ihn sicherlich viele Männer beneideten ...

c) M.

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JUMBOS Grillbuch - riva

 

Eins ist klar, wenn wir das Grillbuch von JUMBO studieren: Wir bekommen sofort Lust auf Grillen und auch Hunger ... Also nix wie ran an den Grill, sobald das Wetter passt ...

Jumbo grillt gern und das merkt man dem ganzen Buch an. Abgesehen von den tollen Rezepten, die darin enthalten sind, wird hier jedem Gericht auch ein ansprechendes Foto spendiert. So dass einem spätestens nach dem ersten Drittel des Buch das Wasser im Mund zusammen läuft ...

Los geht’s hier mit allgemeinen Grill-Tipps. Gerade für Grillanfänger kann das auf jeden Fall mal nicht schaden. Dann erklärt uns Jumbo, wie man am besten würzt, salzt, glasiert und Marinaden macht ... Und im Anschluss kommen dann auch gleich die Rezepte für die Marinaden. Jumbo bietet uns klassische und exotische Varianten an.

Und dann geht's ab an den Grill. Jumbo liebt seine Burger. So gibt's auch hier erstmal das Rezept für den "Classic Burger", aber auch für ausgefallenere Variationen. Dann gibt's Rib-Eye-Steaks mit Thymian, gefüllte und gerollte Lendensteaks, Jumbos Texas-Ribs mit Gorgonzola-Topper, gegrillte Lammkeulen und-und-und ... Spätestens hier ist die eigene Grill-Lust schon auf dem absoluten Top-Niveau ...

Die Rezepte beginnen mit Rind und Lamm, dann geht's weiter mit köstlichen Schweine-Grill-Rezepten, z.B. Rosmarinkoteletts mit Knoblauch, Saltimbocca alla Jumbo, gefülltes Schweinefilet, Würstl mit Tomatensalsa und-und-und ...

Natürlich gibt’s dann auch noch interessante Geflügel-Rezepte, z.B. Chilihähnchen mit Kürbis, Hähnchenbrust in pikanter Kokosmarinade, Rosmarin-Chicken-Wings ...

Aufgepeppt wird das Grillbuch durch launige Jumbo-Sprüche. So beginnt das Kapitel zum Thema Fisch und Meeresfrüchte so: JUMBOLOGIE für KLUGSCHEISSER: AUF DEUTSCH heißen SCAMPI KAISERGRANATEN. Das hat nichts mit der SCHUSSTECHNIK VON FRANZ BECKENBAUER zu tun ...

Aber weil die Beilagen mindestens genauso wichtig sind, bietet Jumbo uns hier wirklich eine nette Mischung an verschiedenen Beilagen an, die dann auch wunderbar von Vegetariern gegessen werden können: Grillkartoffeln mit Paprikaquark, Coleslaw, Griechischer Kartoffelsalat, Chili-Paprika-Dip, Kräuterbutter ...

Jumbo hat hier wirklich an alles gedacht: Extrem gute Grill-Rezepte und genauso schmackhafte Beilagen, die sich sehen lassen können ...

Jetzt muss nur noch das Wetter passen und dann kann die Grill-Saison beginnen. Danke JUMBO ... jetzt hab' ich aber so was von Kohldampf und freu’ mich einfach auf’s nächste Grillen …

c) M.

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Es gibt solche Menschen, die uns irgendwie die Energie rauben! Das Zusammensein mit ihnen ist deshalb anstrengend. Und hinterher fühlen wir uns ausgelaugt und erschöpft und irgendwie auch betrogen. Es gibt sie immer und überall', die "Energieräuber". Aber was tun? Ihnen konsequent aus dem Weg gehen? Aber was, wenn wir mit solchen Energieräubern zusammenleben bzw. zusammenarbeiten?

 

Wie wir dieses Problem handlen, erfahren wir in diesem Buch. Und es geht nicht einfach nur darum, Energieräuber zu meiden. Denn oftmals geht das ja auch gar nicht. Die Autorin erklärt sehr genau und sehr umfangreich, wie ein Energieräuber zu einem solchen wird. Wir lernen also, wie der Energieräuber zu dem wurde, der er ist und bauen Verständnis auf. Das ist ganz wichtig, um richtig mit ihm umgehen zu können. Zu wissen, wie er tickt und warum er so tickt, ist die wichtigste Voraussetzung, um uns abzugrenzen. Deshalb geht es eigentlich grundsätzlich um Verständnis. Um Verständnis für den anderen und um Verständnis für uns selbst. Um die Balance ...

 

Das Buch "Energieräuber in Familie, Beziehung und Job" von Ingalill Roos ist wirklich sehr psychologisch. Sie erklärt uns auf psychologischer Basis, wie ein Mensch, der anderen Energien raubt, von seinen Eltern behandelt wurde und so weiter. Es geht aber nicht nur um den Energieraub, sondern allgemein um ein Verständnis für uns selbst und unsere Mitmenschen.

 

Und dabei greift Roos sehr oft auf psychologische Erkenntnisse zurück, erklärt uns genau, was Freud und Jung für Ansätze hätten und wie ein Energieräuber psychologisch zu erklären ist. Das muss man mögen und wollen. Das Buch geht schon sehr stark in die Tiefe.

 

Wenn man das mag und psychologisch interessiert ist, dann wird dieses Buch zu einer echten Bereicherung. Ein psychologischer Lebensratgeber, der uns wirklich in jeder Lebenslage behilflich sein kann ...

 c) M.

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Also doch nur Lufthansa?

 

Zugute halten kann ich dem Buch, dass es wirklich sehr, sehr lustig geschrieben ist. Julia November versteht sich auf eine humorvolle Schreibe. Das macht Spaß. Das macht das Buch schon lesenswert. Man hat was zum Lachen. Aber trotzdem frage ich mich, für welche Zielgruppe genau Frau November dieses Buch geschrieben hat.

 

Bei mir ist der Eindruck entstanden, dass sie das Buch in erster Linie für sich selbst geschrieben hat. Als quasi Abrechnung mit ihrem ehemaligen Arbeitgeber, einer Low Cost Fluggesellschaft. Und damit das nicht so plump daherkommt, hat sie das Ganze in humorvolle Worte verpackt. Ihr Sarkasmus, der Zynismus, der Witz und Humor ziehen sich wirklich durch das komplette Buch und machen es somit lesenswert. Lustig schreiben kann sie, die Frau Pilotin …

 

Sie ist also Pilotin bei einer Billig-Airline. Und weil es da so viele Missstände gibt, hat sie wohl das Bedürfnis verspürt, mit der Billig-Fluglinie abzurechnen? Laut ihrer Aussage gibt es dort nicht nur "komische Kollegen", sondern auch "schräge Vorgesetzte".

 

Ansonsten liegt auch vieles im Argen, angefangen vom Catering, über Kollegen und Vorgesetzte eben bis hin zum Betriebsablauf ...

 

Was mich wundert (oder auch nicht!), sie hat es ja doch offenbar ein paar Jahre dort ausgehalten. Und danach hatte sie scheinbar das Bedürfnis, mit der "Billig-Fluglinie" auch entsprechend "billig" abzurechnen ...?

 

Nein, "billig" geschrieben ist das Buch nicht. Es hat, wie gesagt, wirklich Witz. Und das ist viel wert.

 

Schlussendlich bedient Frau November wirklich jedes, aber auch jedes Klischee. Und wenn es wirklich so ist, dass Piloten nach wie vor Frauenhelden sind und Flugbegleiterinnen am liebsten einen Piloten heiraten wollen und man zu weiblichen Piloten, die nicht bei DER EINEN Airline arbeiten, sagt: "Wärst du mal lieber Stewardess bei der Lufthansa geworden, das wäre wenigstens ein vernünftiger Beruf", dann ist das eigentlich ziemlich traurig ...

 

Und dagegen kommt man nur mit Witz und Humor an. Und genau dazu dient "Kaufen Sie noch ein Los, bevor wir abstürzen." Ein Buch, in dem wir vom Flugalltag einer Pilotin bei einer Billig-Airline erfahren. Das kann man nur mit Humor ertragen ... und lieber lachen über etwas, das im Grunde genommen doch bitter ist ...

 

c) M. 

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ROTER MOND

 

Extrem spannend und so anders …

 Gibt es Werwölfe? Oder besser: Gibt es Kreaturen, die eine "Doppel-Natur" haben?

Wer "Roter Mond" liest, weiß es ...

Die Geschichte beginnt spannend und mit zwei wichtigen Handlungssträngen ... Da ist der junge Patrick. Er muss seinen Vater für ein Jahr verlassen und bei seiner Mutter leben. Dorthin fliegt er mit dem Flugzeug.

Szenenwechsel: Ein dunkel gekleideter, schwitzender, unsympathisch wirkender Mann, der ebenfalls das Flugzeug betritt, aber nichts Gutes im Sinn hat.

Es kommt, wie es kommen muss, der "Mann", dessen Namen wir nicht erfahren, ist ein "Monster", ein "Lykaner". Lykaner können aus freiem Willen und mit Willenskraft, die Gestalt eines Wolfes anzunehmen. Und es handelt sich hier nicht zwangsläufig um nette Wölfe. Der Lykaner macht im Flieger so ziemlich alles platt, was platt zu machen ist. Hier merkt man gleich, dass "Roter Mond" nichts für zart Besaitete ist.

Nur Patrick überlebt wie durch ein Wunder. Er wird von einer Frauenleiche geschützt, unter der er liegt, und überlebt den blutigen, grausamen Lykaner-Anschlag. Aber natürlich geht dieses schreckliche Erlebnis nicht spurlos an ihm vorüber.

In einem weiteren Handlungsstrang lernen wir Claire kennen. In etwa so alt wie Patrick. Sie ist eine Lykanerin, hat sich aber nie gern verwandelt und stand mit ihrer Doppel-Natur immer eher auf Kriegsfuß ...

Man kann sich denken, dass die beiden Handlungsstränge dann irgendwie zusammenlaufen. Daneben gibt es aber noch sehr viele Nebenhandlungen, Nebenschauplätze und viel, viel amerikanische Philosophie. Es geht um gut und böse und um Klassenunterschiede.

"Roter Mond" ist sehr spannend. "Roter Mond" ist aber gleichzeitig - im Laufe der über 600 Seiten -auch eine etwas anstrengende, sehr in die Länge gezogene Geschichte. Trotzdem ist "Roter Mond" für jeden Leser ein Genuss, der auf umfangreiche Geschichten und auf Werwölfe steht. Und hey, ich finde Patrick und Claire so gut beschrieben, dass man sie sich wirklich bildlich vorstellen kann ... und nicht nur als Roman-Helden, sondern durchaus auch als Filmhelden .

 

c) M. 

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