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Buch - Ich bleib so scheiße, wie ich bin

 

Eine Ode an die Faulheit

 

Also, wenn ich ehrlich bin, dann habe ich bei dieser Lektüre doch etwas Lustiges, Witziges erwartet. Und, gut, das Eine oder Andere ist durchaus zum Schmunzeln. Der Autorin sind schon lustige Wort-Kreationen eingefallen - keine Frage. Aber schon bald wurde mir klar: Die meint das ernst!

 

Mich hat das Buch mit ambivalenten Gefühlen entlassen. Denn einerseits ist sofort klar, was Frau Niazi-Shahabi uns sagen will: Tu, was du willst, mach', worauf du Lust hast - und wenn du den ganzen Tag nur Fernseh' glotzen willst: mach'! Es geht ihr darum, dass die Gesellschaft von uns unheimlich viel verlangt. Sie will uns klar machen, dass wir einem ständigen Druck ausgesetzt sind. Und sagt uns dann: Mensch, Leute, Ihr müsst euch diesem Druck gar nicht aussetzen. Ihr könnt anders, ganz anders. Steigt einfach aus aus diesem Optimierungs-Karussell ... Aber sie tut dies mit einer solchen Penetranz, dass man sich irgendwie denkt: Ja, is' ja gut, lass' mich jetzt, ich mach' das schon! Ein bisschen nerven ihre ständigen Aufforderungsworte zum Nichtstun dann - zugegeben - schon ein wenig.

 

Anderseits habe ich mich schon gefragt, was das Buch eigentlich genau soll, also welchen Anspruch es erhebt, was es sein will. Die Autorin selbst würde vielleicht sagen - wenn sie ihre eigenen "Weisheiten" befolgt -: Das Buch will gar nix, es IST einfach, ich wollte es schreiben, weil ich Lust hatte und so ist es entstanden - fertig!

 

Aber mir war nicht ganz klar, ob sie ihre Lektüre jetzt quasi als trotziges Gegen-Buch zu all' den Glücks-Ratgebern versteht, die halt doch ziemlich erfolgt sind (ob ihr das nun gefällt oder nicht) oder ob ihr Buch "einfach nur lustig" sein soll. Denn tatsächlich ist es weder das Eine noch das Andere. Oder eben beides. Ach, ich bin verwirrt

 

Aber sie hat Aussagen im Buch, die ich so einfach nicht unterschreiben kann, z.B. "Der Zwang, sich selbst zu verwirklichen, ist der Zwang, so zu handeln, wie es von einem erwartet wird." Ich denke nicht, dass das immer so ist. Es gibt schließlich auch Leute, die ihr persönliches Glück daraus ziehen, wenn sie sich auf ihren Selbstverwirklichungs-Trip begeben. Und wenn die Autorin uns schon sagen will (was sie ja mehrfach tut), dass wir uns in keine Schubläden stecken lassen und dass wir uns keinem unnötigen Druck aussetzen sollen, dann müsste sie hier ein wenig differenzierter analysieren. Meine ich!

 

Und auch das: "Beziehungen zwischen mir und den anderen beruhen auf Freiwilligkeit. Das hat zur Konsequenz, dass ich anderen Menschen etwas bieten muss, wenn ich will, dass sie sich mit mir abgeben" löst bei mir tatsächlich so was wie eine leichte innere Aggression aus. Denn was, bitte schön, ist das denn für eine resignierte, negative Aussage? In meinen Augen stimmt das so einfach nicht. Muss ich (?) dem anderen etwas bieten, damit er bei mir bleibt??!!! Das ist schon eine sehr devote Einstellung, die ich so nicht teilen kann und auch nicht teilen will. Ganz abgesehen davon, würde das dann ja für beide gelten und dann hätten wir die Balance ja wieder hergestellt.  Ein bisschen mehr Selbstbewusstsein sollte man den Menschen schon zugestehen. Das wäre in meinen Augen sogar nötig. Eine Beziehung ist im besten Fall ein Geben und Nehmen, nicht ein ständiger innerer Kampf, ob ich dem anderen jetzt genug bieten kann. ZZZZZssssss

 

Interessant sind überhaupt die Gedankengänge gerade zum Thema "Beziehungen" von Frau Niazi-S....... dennoch schon. Sie fragt öfters durchgängig in ihrem Buch, ob es überhaupt notwendig ist, seinen Partner zu lieben? Man könnte ja durchaus auch mit seinem Partner zusammen sein, weil man ihn eben schätzt, weil man davon profitiert, weil man einfach nicht allein sein will und so weiter. Aber muss man denn gleich lieben? Für sie stellt das wieder einen Druck durch die Gesellschaft dar. Wir werden quasi gezwungen, Liebe empfinden zu müssen ...

 

Also, um zu einem Ende zu kommen: Das Buch hat mich verwirrt, denn ich weiß nicht, was es sein soll oder will. Sollte Frau Niazi-Sh..... das alles erst meinen, uns also einen weiteren "Lebens-Ratgeber" mit auf den Weg geben wollen, dann frage ich mich, was sie dazu berechtigt, dies zu tun. Wenn sie lustig sein will, dann muss sie noch ein wenig an der lustigen Schreibweise arbeiten. Im Großen und Ganzen gelingt es ihr schon, aber nicht durchgängig.

 

Und sollte sie den Anspruch an eine individuelle Gesellschaft (was ganz in meinem Sinne wäre) propagieren wollen, dann wirkt ihr Buch letztlich doch nur wie eine ich-bin-dagegen-Lektüre. Sie stellt somit ihre chill-out-Lebensweise gegen eine Leistungsgesellschaft. Das ist gut und das ist schön. Aber eine -vermeintlich- schlechte Lebensweise durch eine -einfach andere- ersetzen zu wollen, ist vielleicht nicht die richtige Umsetzung von "Individualität".

 

Im Grunde sagt sie über 200 Seiten lang immer wieder das Gleiche - nur mit anderen Worten. Und so gesehen hätten ein paar Seiten mit ihrer "Übersicht", die hinten im Buch ist, auch gereicht:

 

ÜBERSICHT

ICH BLEIB SO SCHEIßE,

WIE ICH BIN - DIE BESTEN ARGUMENTE

 

Eine Liste, die eine Auswahl der gängigsten Selbstverbesserungs-Projekte enthält. Unter jedem der Stichworte finden wir die wichtigsten Argumente, um diese von außen an uns herangetragenen Ansprüche in Zukunft gekonnt zurückzuweisen.

Lachen musste ich bei diesem Spruch und so will ich auch enden, denn zu lachen gibt es zum Glück durchaus auch so einiges:

Ich fing mit einer Diät an,

hörte auf zu trinken und zu rauchen

und in vierzehn Tagen

verlor ich exakt zwei Wochen.

Joe E. Lewis

c) M.

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MAL MEINE MÖPSE AUS! Ein Malbuch für Männer

"MAL MEINE MÖPSE AUS!" ist genau das, was es verspricht ...

Auf jeder Seite gibt es hier eine schöne, barbusige Frau, die darauf wartet, bepinselt zu werden .

Für jeden Geschmack ist hier die passende Dame dabei; ausmalen darf Mann hier die sexy Lehrerin, große Titten, kleine Titten, gepircte, pralle, im Doppelpack als "Busen-Freundinnen", Afro-Queen, fifties Style, Hippie-Mädchen, Malerin, Mollige, Kindliche ... Hier findet jeder Typ sein eigenes Kunstobjekt.

Die Frauen samt Möpse sind schön gezeichnet und sehen allesamt sehr süß aus. Noch ein paar Buntstifte dazu kaufen und man hat ein lustiges, frivoles Geschenk für einen Mann, der auf Titten steht ...

c) M.

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Smartphone LG L90

 

Sehr gutes Mittelklasse-Handy ... Preis-/Leistungsverhältnis stimmt

 

Vorweg: Ich bin kein Techniker und kann deshalb das Handy auch nicht nach seinen technischen Qualitäten beurteilen. Ich bin ein ganz normaler User, der Smartphones gern hat und auch viel damit macht. Ich habe aber keine Lust, für ein Handy 600,- oder mehr Euros auszugeben. Dazu ist der Smartphone-Markt viel zu bunt und zu schnelllebig. Soll heißen: Ich will hin und wieder einfach mal wieder etwas Neues, Abwechslung! Und das Angebot ist schließlich groß.

 

Ich kann und will das Smartphone also "nur" dahingehend beurteilen, wie es mit mir den Alltag meistert, wie es sich bedienen lässt / anfühlt und ob es mir ein treuer Freund ist.

 

Und wem das schon zu viel zu lesen ist, wer einfach schnell wissen will, ob er das LG L90 kaufen kann/soll oder nicht: Ja, du kannst! In einem sehr kurzen Satz: Das LG L90 ist ein sehr gutes Smartphone im Mittelklasse-Bereich. Falsch machen kann man - zu dem Preis - da eigentlich erst mal nicht viel. Insofern: Kaufempfehlung zu dem Preis und wenn man es eilig hat .

 

Alle anderen können - für Details - weiter lesen, technisch Interessierte müssten eventuell den Zurück-Button bemühen .

 

Als "Smartphone-Gernhaber" ist das auch nicht mein erstes LG-Handy. Ich hatte bereits das Vergnügen mit dem LG P875 Optimus F5. Auch das F5 fand ich schon ziemlich gut. Vor allem der LG-eigene Säusel-Ton, wenn man eine SMS bekommt: "You've got mail" gefällt mir so gut. Die Stimme ist so angenehm, dass man augenblicklich Glückshormone auszuschütten scheint.

 

Das F5 ging bei mir eigentlich nahezu ohne Kritik durch, es hatte nur eine Schwäche: Es blieb öfter mal hängen. Dann ging nix mehr. Man musste den Akku raus- und wieder reintun, dann funktionierte es wieder. Interessanterweise passierte das gerade auch in der Zeit, als wir den heißen Sommer hatten. Extreme Hitze mochte das F5 nicht!

 

So, nun freute ich mich auf das brandneue L90. Das musste man allerdings erst mal quasi zusammenbauen. Aber das schafft selbst ein Nicht-Könner wie ich. Sim-Karte einschieben ... Aber halt ... Hier muss ich einfach gleich was anbringen: Ich bin zwar kein Trottel und ich hab' auch schon öfter mal eine Sim-Karte ausgetauscht. Aber: Bei diesem Handy war mir tatsächlich nicht sofort klar, wie sie rein gehört und vor allem: welche Sim-Karte genau, es gibt ja mittlerweile - ich glaube - drei verschiedene Formate. Wenn man ganz trottelig ist und nicht aufpasst, dann kann das schon mal schief gehen und man schiebt eine Nano-Simkarte in einen Slot für eine größere und schwupp, isse weg. Deshalb würde ich es begrüßen, wenn man auf der Kurzbeschreibung einfach eine kleine Zeichnung macht, wo genau die Sim-Karte hingehört und welches Format gebraucht wird. Danke!

 

Nach Einbau des Akkus startete das L90 auch gleich und ich kam sofort in den Genuss des ziemlich guten Displays. Echt, ich hatte Schlimmeres erwartet, viel Schlimmeres! Aber die Farbqualität ist - für dieses Preissegment - absolut in Ordnung!

 

Wenn man sein Google-Konto einrichtet, dann hat man eigentlich auch in kurzer Zeit alles auf dem neuen Handy, was man auf dem alten auch hatte. Das ist praktisch. Alle Apps wurden gleich aufs L90 gedownloaded, dann noch den Amazon-App-Shop installieren, die Amazon MP3-App und ein paar Spielchen gedownloaded, schon war der erste Schritt getan.

 

Der zweite Schritte dauerte - zugegeben - etwas länger, hat aber zumindest auch problemlos funktioniert, nämlich das Übertragen via Bluetooth von Kontakten, Fotos, Lieden vom alten aufs neue Smartphone. Das klappte, aber dauerte, wofür das LG aber natürlich nichts kann. Ich find's sehr, sehr praktisch.

 

Mein "altes" Smartphone ist ein Huawei Ascend P2. Und an dieser Stelle kann ich dann auch ein paar Vergleiche anstellen. Preislich ja auch in etwa ähnlich.

 

Das Huawei macht definitiv bessere Fotos, deshalb ist die Bildqualität beim Huawei auch besser, als bei diesem LG. Im direkten Display-Vergleich schneidet das Huawei auch besser ab. Die Farben sind einfach detaillierter, schärfer, der Kontrast deutlicher. Trotzdem kann das LG L90 sehr gut mithalten und muss sich nicht verstecken. Der Unterschied ist nur bei genauer Betrachtung erkennbar. Hätte ich das Huawei nicht daneben liegen, würde ich die Display-Qualität des L90 für sehr gut befinden. Und das ist sie auch. Vor allem zu dem Preis.

 

Beim Daten-Übertragen via Bluetooth hat sich dann auch die Schwäche dieses LG's gezeigt, scheinbar eine ähnliche Schwäche wie beim F5: Intensive Multi-Tasking-Aktionen hat das L90 leider nicht durchgestanden. Beim gleichzeitig Fotos-/Kontakte-Übertragen, Kontakte einrichten, Bilder zuschneiden/sortieren/zuordnen, in den Einstellungen rumdrücken etc. ist es dann in die Knie gegangen und versagte mir tatsächlich den Dienst. Es blieb hängen! Aha, das kenne ich ja schon vom F5. Dass das L90 so schnell schlapp macht, hätte ich allerdings nicht gedacht. Aber: Akku raus / rein und alles ist wieder gut, Schwäche vergessen. Als nicht technisch versierter Mensch frage ich mich allerdings, ob das Raus und Rein tun dem Smartphone gut tut?! Bestimmt nicht!

 

Wenn ich aber über diese -bis jetzt einmalige- Schwäche hinwegsehe, macht das L90 richtig, richtig Spaß. Es läuft schnell, wirklich sehr schnell, WLAN war auch schnell eingerichtet und ich konnte sofort ins I-Net. Hier hat es seine Stärke gezeigt.

 

Den einzigen Kritik-Punkt, den ich beim Handling des Huawei hatte, hat das LG90 nur "zur Hälfte". Will sagen: Man kann das Handy einschalten, wenn man auf den Button drückt, der sich unten mittig befindet. Das finde ich sehr, sehr, sehr, sehr gut! Das Huawei ließ sich nämlich nur durch eine umständliche Handbewegung rechts oben außen ein- und ausschalten. Aber ausschalten kann man das LG L90 auch nur, in dem man diesen Knopf drückt. Mir persönlich wäre ein Knopf an der Oberseite mittig lieber. Aber es gibt Schlimmeres ...

 

Und es gibt auch Schöneres, z.B. die Q-Slide-Funktion. Das ist mal ein nettes Gimmick, das verführt ja gleich zum Spielen. Q-Slide heißt: wenn ich z.B. bei Youtube bin und mir ein Video anschaue, kann ich es nach rechts unten ziehen. Dann wird das Video ganz klein, läuft aber weiter, während ich mir was anderes anschaue. Wow, nette Sache.

 

Als Fazit kann ich zum L90 sagen, dass ich es sofort in mein Herz geschlossen habe. Wenn es - hoffentlich - nicht so oft abstürzt, wie das alte, dann bin ich schon zufrieden. Es hat - für mich - die optimale Größe, nicht zu groß und nicht zu klein, liegt sehr gut in der Hand, die Rückseite ist etwas geriffelt, was sich - für mich - ziemlich gut anfühlt und auch etwas Anti-Rutsch-mäßig wirkt. Das Display ist besser und schärfer und klarer als erwartet und es läuft schnell und zügig ... Also, ich freu' mich über das Handy und kann es zu dem Preis ergo auch weiter empfehlen!


c) M.

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UNDATEABLE 

 

"Der Scherz ist das Loch, aus dem die Wahrheit pfeift",

 

lautet ein altes chinesisches Sprichwort. Und sehr oft ist das auch ganz genau so ...

 

In "UNDATEABLE" werden 311 Dinge gelistet, die dafür sorgen, dass Männer solo bleiben! Zugegeben, das Eine oder Andere ist doch arg überzogen, aber genau das macht ja dann auch wieder den Witz aus. Und das Buch ist auch noch bebildert! Es gibt viele "schöne" Fotos von Männern in unmöglichen Situationen, in indiskutablen Situationen, mit furchterregendem Outfit und mit peinlichen Gesten ...

 

Aber: Es gibt tatsächlich auch ein Vorher-Nachher-Foto ... Im Schlusswort ist ein junger, attraktiver Mann abgebildet, an dem es keinen Makel zu geben scheint. Schlägt man dann im Buch viele Seiten zurück, sieht man ihn in der Rubrik "grausige Bärte" - höchst unattraktiv.

 

Und DAS ist die positive Botschaft von "UNDATEABLE": Jungs, es gibt Hoffnung, alles wird gut, ihr könnt Euch ändern, man / Mann kann da schon was machen, es ist nicht aller Tage Abend! ... Ein bisschen aufhübschen geht immer!

 

Tja, und das Buch zeigt durchgängig männliche Peinlichkeiten und am Ende gibt's noch Lustiges in der Rubrik "Abschreckende Typen", wie z.B. den "Gangsta", den "Schlaffi", oder den "Mega-Depp" ... Alles überzogen, alles lustig und leider teilweise auch sehr wahr ...

 

Aber es gibt ja noch Hoffnung! Ein ganzes Buch voller Negativ-Beispiele und maskuliner No-Go's – zum Bessermachen!

 

c) M.

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" GAYNGELS " - KAY MONROE  

 

Wenn Homo-Engel lieben ... eine extrem außergewöhnliche Geschichte ... Chapeau!

 

Also ... im Laufe eines langen Lebens liest Frau doch ziemlich viel. Und ich denke mir oft: Alle Geschichten sind schon geschrieben. Es gibt gar nicht mehr viel, worüber Autoren schreiben könnten. Ist doch alles schon gesagt, alles erzählt ...

 

Weit gefehlt ... und zwar ganz weit ...

 

Ich habe nicht schlecht gestaunt, als ich in diese Geschichte immer tiefer eintauchte. Nach dem Lesen des Klappentextes war ich wirklich extrem gespannt. Denn es handelt sich hier um eine überaus extravagante Geschichte, nennen wir es mal so ...

 

Es geht also um Lysander und Yeremiah. Beide werden zu Schutzengel ausgebildet. Schutzengel? Was? ... Aber die Geschichte beginnt so: Gott ist dazu übergegangen, die Seelen unschuldiger, im Kindesalter verstorbener Jungs nach "Cal'a'el" zu holen, um sie dort quasi zu Schutzengeln auszubilden. Lysander und Yeremiah sind zwei davon.

 

Ein äußerst gewagter Plot, wie ich finde. Wenn das Ganze nicht wirklich gut geschrieben ist, dann kann das ganz schnell kitschig oder albern werden. "Gayngels" ist nichts von beiden. Gayngels ist ganz im Gegenteil eine wirklich reizende, romantische und gleichzeitig absolut außergewöhnliche Geschichte.

 

Die beiden Jungen verlieben sich natürlich ineinander, können aber ihr neu entdecktes Glück erst mal nicht so richtig ausleben. Denn es gibt da noch den Widersacher und Neider Eneki. Er ist seinerseits auch in Lysander verliebt und deshalb eifersüchtig auf Yeremiah und durch die Enttäuschung, die er erlebt, auch gefährlich. Am Ende ist er nicht nur gefährlich, sondern geht auch noch einen Pakt mit dem Teufel ein. Aber das Dunkle hat natürlich auch seinen Reiz …

 

In "Gayngels" kommt alles vor: Liebe, junge Liebe, erwachsene Liebe, Eifersucht, Lust, Leidenschaft, Licht und Schatten, Homo-Erotik, aber auch Übersinnliches und Philosophisches.

 

Alles in allem eine extrem ungewöhnliche, schöne, spannende und liebevoll erzählte Story. Und tatsächlich thematisch etwas ganz Neues. Respekt!

 

c) M.

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DU KANNST NICHT IMMER 60 sein ... Ilja Richter ... riva

 Da macht sich jemand aber viele Gedanken …

 

Als simples Resümee kann ich zu Beginn gleich mal sagen: Jeder Mann, der eine um sehr viel jüngere Frau geheiratet hat und spät Vater wurde ... der wird sich in Ilja's "DU KANNST NICHT IMMER 60 SEIN" am ehesten wiederfinden. Für alle anderen kann es zwar auch eine Auseinandersetzung mit dem Alter sein, aber schlussendlich liegt der Fokus hier eindeutig bei "älterer Mann - jüngere Frau" und "alter Vater" ...

 

Ilja ist zu recht absolut stolz auf seinen Sohn Kolja. Das ist wunderbar. Und das ist sicherlich auch das Glück der alten Väter, dass sie das Vatersein in vollsten Zügen genießen können. Und die Kinder profitieren davon. Keine Frage. Ilja genießt es sehr. Er liebt seinen Sohn über über alles. Das ist in diesem Buch deutlich spürbar. Und das ist schön. Aber: Ist das wirklich ein ganzes Buch wert? Also, hätte es nicht gereicht, das an geeigneter Stelle zu erwähnen und dann gut? Vielleicht sagt der Sohn in 10 Jahren mal: Mensch, Papa, da hast du mich aber in den Himmel gelobt! Ist ja in Ordnung. Und ist ja auch schön. Mir ist Positives lieber. Also, schön zu lesen, dass ein älterer Vater sein Vatersein so genießt. Aber ... (siehe oben).

 

Das zweite Hauptthema ist dann eben die Situation des älteren Mannes und der jungen Frau. Er schreibt zwar, dass es für ihn nicht so das Thema ist, für seine Frau aber. Sie sagt: Die Unerträglichkeit des nicht gemeinsamen Alterns. Herausgelöst irgendwie eine schöne Aussage. Sie zeigt, was bei einem solchen Paar im Vordergrund steht. Aber schlussendlich wurde ich den Eindruck irgendwie nicht los, dass er sich dauernd zu rechtfertigen versucht. Ich meine: In der heutigen Zeit kümmert es doch keinen Menschen mehr, wenn ein 50jähriger eine 25jährige heiratet. Insofern: Warum ein ganzes Buch ...?

 

Aber gut, wer Ilja Richter aus frühen Zeiten kennt, der weiß, was für ein Spring-ins-Feld er früher bei "Disco" war. So referiert er über früher und heute, gibt zu, dass er ein Müttersöhnchen war und macht sich Gedanken über Leben und Tod und die Gesellschaft. Einer seiner Sätze, die mir am besten gefallen haben: "Betroffenheit ist ja das Lieblingswort der Deutschen". Es gefällt mir im negativen Sinne. Weil es mir leider zutreffend zu sein scheint ...

 

Ilja Richter, der einstige Disco-Frontmann ist jetzt also 60 geworden und denkt ausführlich über sein vergangenes und rührselig über sein zukünftiges Leben nach.

 

Ein bisschen hat mir so der rote Faden gefehlt, der sich durch so eine Lebensgeschichte ziehen sollte. Und letztlich habe ich mich gefragt, ob es nicht vielleicht besser gewesen wäre, wenn er mit diesem "Lebensbericht" eventuell noch bis zu seinem 70sten Geburtstag gewartet hätte. Aber wie auch immer ...

 

Seine Gedanken zum Leben und Sterben zu lesen, war dennoch recht interessant. Und - wie anfangs erwähnt - ich denke, dass sich Männer, die späte Väter sind und junge Frauen haben, am ehesten in "Du kannst nicht immer 60 sein" wiederfinden werden ...

 

Alles Gute für die nächsten Jahre, Ilja ...

 

c) M.

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„Warum Kugelschreiber tödlicher sind als Blitze“   

 

Carpe diem - und jetzt erst recht ...

 

Eins steht fest: Das Leben trachtet uns nach dem selbigen und es hat immer Erfolg! Und da wir wissen, dass am Ende eines jeden Lebens der Tod wartet -wir wissen nur nicht, wann ...-, können wir nur eins tun: Uns ablenken, damit wir nicht total dusselig werden ... und: wir können uns auf interessante und ironische Weise mit dem Thema auseinandersetzen und das Buch lesen. Mit einem Augenzwinkern natürlich. Aber den Tod kann man irgendwie nur ertragen, wenn man sich über ihn amüsiert, oder?!

 

Das Buch zeigt die Stationen eines menschlichen Lebens mit all' seinen Tücken und Todesmöglichkeiten, angefangen von der Zeugung, der Geburt, bis zum Säuglingsalter, der Kindheit, über die Jugend und Pubertät, bis hin zur Familienbildung und dem Nestbau. Das Tödlichste kommt zum Schluss ... Denn wenn wir es bis zum Alter geschafft haben, dann haben wir sowieso Glück gehabt und können uns freuen ...

 

Jedenfalls wissen wir nun auch anhand des Buches, warum wir intuitiv keine Montage mögen: An Montagen passieren nämlich die meisten Unfälle. Außerdem ist denen geholfen, die an Flugangst leiden, denn: Das Flugzeug ist immer noch das sicherstes Verkehrsmittel, ob wir es nun glauben oder nicht, aber es ist so. Im Buch kann man das alles nachlesen. Und es ist voll mit Statistiken. Alles belegt! Alles notiert! Alles niedergeschrieben. Schließlich wollen wir das Leben nicht dem Zufall überlassen!

 

Wer z.B. vor dem Abflug noch schnell eine Zigarette gegen die Nervosität raucht, der ist deutlich gefährdeter, zu erkranken und am Ende zu sterben, als wenn er in das Flugzeug steigt ...

 

Und die Angst z.B. vor Haien ist auch völlig unbegründet. "Tötungsdelikte" durch Haie gab es z.B. deutlich weniger, als durch Kühe. Ja, wer hätte das gedacht! Und im Buch gibt's noch mehr Kuriositäten, die sich alle damit beschäftigen, dass unser Leben eigentlich ganz schön gefährlich ist ... Aber, keine Sorge, die Morde z.B. sind gerade in Deutschland erheblich zurück gegangen!

 

Das Buch ist eine Art "Konfrontations-Therapie", also die Beschäftigung mit etwas, das wir nicht gerne ansehen, nicht gerne wahrhaben wollen. Wenn wir aber einfach doch mal hinsehen und uns -mehr als- einen ironischen Blick gönnen auf das, was für uns alle unvermeidlich ist, dann können wir auch mit Humor auf das schauen, was wir eigentlich nicht gerne anschauen.

 

Aber mit Humor tut's nicht mehr weh und mit Sarkasmus nimmt man dem Ganzen die Tragik. Und am Ende können wir froh sein über das, was uns geschenkt wurde: Das Leben nämlich!

 

c) M.

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 Bose SoundTrue Kopfhörer

 

Hoher Tragekomfort, klarer Sound, stylische Optik ... hochwertig!

 

Was gibt es an Bose Kopfhörern schon groß zu kritisieren? ... In der Regel nichts oder extrem wenig. Oder aber: Kritik auf hohem Niveau. Und so ist das wohl auch hier ...

 

Aber nichts desto trotz muss ich sagen, dass mir beim Öffnen der -zugegeben- qualitativ hochwertigen und modernen Verpackung gleich der unangenehme Geruch des Kunststoffes in die Nase gestiegen ist. Leider! Schade, denn das weiße Etui, in das die Kopfhörer echt gut reinpassen und das sehr praktisch für unterwegs ist, riecht einfach ganz penetrant nach Kunststoff. Und das macht sich einfach nicht gut, vor allem nicht bei einer Firma wie Bose, ist meine Meinung ...

 

Aber wenn man die Kopfhörer dann auspackt und aufsetzt und die Musik genießt, dann ist die anfängliche Verärgerung über den beißenden Kunststoffgeruch auch schon wieder verschwunden. ... Denn die Kopfhörer machen selbstverständlich unglaublich viel Spaß. Bose-Kopfhörer eben! Aufsetzen - genießen - abtauchen ...

 

Bose liefert mit diesen Kopfhörern gleichzeitig einen sehr hohen Anspruch: "Wir haben sie so leicht und komfortabel gemacht, dass Sie vergessen werden, dass Sie sie tragen." Und: Die Firma Bose hält mal wieder, was sie verspricht. Wow, wirklich wow! Denn die Erwartungen an so einen Kopfhörer sind natürlich sehr hoch. Und gerade bei Around-Ear-Kopfhörern fällt die Vorstellung, dass man irgendwann vergisst, dass man sie trägt, doch zunächst mal schwer. Aber, et voila, es ist so!

 

Die SoundTrue Around-Ear-Kopfhörer von Bose sind im Vergleich zu anderen ein Fliegengewicht. Aber nicht nur das. Sie verrutschen trotzdem nicht, sitzen perfekt, wirklich perfekt auf dem Ohr bzw. "rund ums Ohr" und drücken oder belasten trotzdem kein bisschen. Das hat Bose wieder mal super hingekriegt.

 

Vom Tragekomfort her liegen sie also wirklich ganz weit oben an der Spitze, da kann so manch' anderer Kopfhörer nicht mithalten. Der Kopfhörer rutscht nicht, er drückt nicht, er sitzt fest und fällt trotzdem nicht ins Gewicht, im wahrsten Sinne des Wortes. Super gemacht ...

 

Das Innere der Kopfhörer hat auch eine spezielle Form und ist angeschrägt von  hinten nach vorne, so dass der Klang im Ohr ein noch bessere Akustik erzeugt und für das "räumliche Hören" sorgt. Einfach super! Dass man das Futter innen nicht einfach nur weiß oder grau, sondern blau kariert gemacht hat, ist zwar eine Nebensache, aber zeigt auch die Detail-Treue!

 

Der Sound ist - gewohnt - gut, ein ausgewogener, wohl dosierter Klang mit brillanter Akustik. Für meinen persönlichen Geschmack hätten es zwar durchaus ein paar mehr Bass-Effekte sein dürfen . Aber es ist auch kein Problem, darauf zu verzichten. Dafür liefert dieser Kopfhörer einfach einen astreinen, klaren Sound, der dem Ohr nicht nur schmeichelt, sondern es verwöhnt ...

 

Wer sich diesen Kopfhörer zulegt, wird also auf jeden Fall seine Freude daran haben. Dass er optisch natürlich auch up-to-date ist, erübrigt sich fast, zu erwähnen. Aus meiner Sicht besticht er aber durch seine Klangqualitäten und vor allem durch seinen hohen Tragekomfort, dass er auch noch stylisch aussieht, setzt dem Ganzen die Krone auf ... Oder sagen wir: Kopfhörer aufsetzen, genügt ... und dann die „SoundTrue“ genießen … also den wahren Sound J

 

c) Manuela

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"SIND SIE HOCHSENSIBEL? Ein praktisches Handbuch für hochsensible Menschen

Das Arbeitsbuch“

 

"SIND SIE HOCHSENSIBEL? Ein praktisches Handbuch für hochsensible Menschen“ ist ein intensives Arbeitsbuch, mit dem man nicht nur Stunden und Tage, sondern vermutlich auch Wochen, vielleicht sogar Monate zubringen kann ... Es bietet viel und es ist umfangreich. Es bietet eine sehr, sehr lange Beschäftigung. Die Beschäftigung nämlich mit sich selbst und mit der eigenen Hochsensibilität, das Herausfinden, Akzeptieren und schließlich Klarkommen mit ihr.

 

Das Buch geht in die Tiefe und gräbt weit runter. Die Beschäftigung mit sich selbst ist nicht immer einfach und macht auch nicht immer Spaß. Aber sie bietet wichtige Erkenntnisse, die Hochsensiblen das Leben erleichtern.

 

Was ist eigentlich "hochsensibel"? Mit dieser Frage kann man sich hier gleich zu Beginn sehr intensiv auseinandersetzen.

 

In der Einleitung gibt's einen Selbsttest. In der Auswertung erfährt man dann sehr schnell, ob man sich zu den 20 % der Menschen zählen kann, die hochsensibel sind.

 

Das Buch ist logisch aufgebaut und bietet so eine umfangreiche und logische Auseinandersetzung mit dem Thema. Es geht um die Kindheit, um die Hochsensibilität in der Gesellschaft, in der Beziehung, im Beruf, auch um den Umgang mit Medikamenten, um spirituelle Arbeit und um Gruppen-Findung ...

 

Dieses Arbeitsbuch bietet eine tiefenpsychologische, extrem intensive und sehr tiefgehende Auseinandersetzung mit dem Thema. Man muss es aber nicht am Stück bearbeiten, sondern hat die Möglichkeit, es immer wieder zur Hand zu nehmen, wenn einem danach ist. Die Fragen, Tests, Übungen etc. sind unerschöpflich ...

 

c) M.

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Uli Hoeneß * Alles auf Rot * Juan Moreno * Piper

 

Alles auf Rot - entweder du gewinnst oder verlierst alles ...

 

Über Schuld oder Unschuld, Recht oder Unrecht werde ich hier nicht urteilen, auch nicht über Steuerangelegenheiten, Steuerhinterziehung und kriminelle, finanzielle Machenschaften. Urteilen werde ich aber über das Buch "Alles auf Rot", eine Biographie (quasi) über Uli Hoeneß, geschrieben von Juan Moreno.

 

Juan Moreno zeigt gerade in diesem Buch seinen grandiosen, wortverliebten Schreibstil. Er schreibt so philosophisch und wortgewandt, so gekonnt, dass die Gefahr besteht, dass jedes eigene Wort von mir hier wie aus dem Deutschunterricht der 1. Klasse klingt. Deshalb lasse ich Herrn Moreno hier auch selbst zu Wort kommen. Aber erstmal ich

 

Seine Aufgabe war sicherlich alles andere als leicht und ich glaube auch, dass er dieses Buch eventuell gar nicht so gern geschrieben hat. Das Thema Uli Hoeneß ist so heiß, wie es wohl heißer momentan nicht sein könnte. Da muss man sich als Journalist/Reporter/Autor schon wirklich ganz genau überlegen, welche Worte man nun wählt. Und ein kleines bisschen merkt man dem Buch auch an, dass es für Moreno eine brenzlige Angelegenheit war. Er schreibt sich aus meiner Sicht das ganze Buch lang quasi "warm", zum fulminanten Ende hin, nämlich dem "Fall" Uli Hoeneß. Und damit ist nicht die Akte Uli Hoeneß gemeint, sondern sein Fall nach unten, sein Untergang, sein Fallen, sein Scheitern. Und auch im letzten Kapitel verliert Juan Moreno niemals die Contenance, was sicherlich bei so einem Thema eine Meisterleistung ist, aber er gönnt sich das eine oder andere zynische, bissige, ironische Wort, kleine, unterschwellige Anschuldigungen. Sie seien ihm vergönnt. Denn ich kann mir den tiefen Seufzer direkt vorstellen, den er tat, als er mit der Lektüre fertig war ...

 

Aufgegliedert hat Herr Moreno die "Akte Hoeneß" ziemlich gut in Einleitung - Ehrgeiz - Glück - Geld - Wille - Aufstieg - Macht - Fall - Resümee. Trotzdem ist er in den Jahren oft ziemlich hin- und her gesprungen, da wusste man nicht so recht, auf was er jetzt eigentlich genau hinaus will. Wenn er ein Kapitel mit der Jetzt-Zeit begann, berichtete er plötzlich von Vorfällen in den 70er Jahren. Und das eigentlich mit steter Regelmäßigkeit in jedem Kapitel. Das war ein bisschen ein "Schreiben um den heißen Brei". Trotzdem hat er sich bemüht, den Mensch Hoeneß so authentisch wie nur irgendwie möglich darzustellen.

 

Dass Hoeneß vom Ehrgeiz zerfressen ist, dass er ständig nur auf der Straße der Sieger fahren will, dass er überhaupt nur eins will, nämlich gewinnen und dass Geld für ihn das Wichtigste ist (nicht zum Ausgeben, sondern zum Zocken), das dürften mittlerweile viele Menschen verstanden haben. Dass er am Ende gefallen ist und nun ins Gefängnis muss, verstehen vermutlich auch alle Menschen, nur Uli Hoeneß selbst vielleicht nicht zu 100 %. Denn er sah sich auch als Wohltäter, der er ja auch unbestritten war, er hat auf die Hilfe aus der Politik gehofft und darauf, dass sich "schon alles regeln wird", wie es sich immer hat regeln lassen. Aber dieses Mal nicht ...

 

Uli Hoeneß ist ein Narzisst, wie er im besten psychologischen Buche beschrieben wird. Und deshalb bereitet es mehr oder weniger auch Vergnügen, zu lesen, wie Uli Hoeneß wirklich tickt und was Gewinnen und Macht für ihn wirklich bedeuten. Das können sich "normale" Menschen gar nicht vorstellen. Aber wir lieben eben doch eher die Verrückten oder sagen wir so: sind von ihnen fasziniert. Und so ein Verrückter ist sicherlich auch Uli Hoeneß. Er ist sich selbst seiner Schuldigkeit wohl nicht bis zur Gänze bewusst. Aber genau das zeichnet ja einen Narzissten aus.

 

Und schön hat er ihn beschrieben, der Herr Moreno, z.B. so: „Unbändiger, nie enden wollender Ehrgeiz, der wie ein Monolith zwischen all seinen anderen Wesenszügen herausragt, Intelligenz, Leistungswille, Furchtlosigkeit, Härte, Kreativität, Risikobereitschaft, Geradlinigkeit, Sentimentalität, Effizienz, Großzügigkeit, Humor - das alles gehört zu Uli Hoeneß.“

 

Eine ebenso gelungene Wortschöpfung ist: "Man könnte Hoeneß' öffentliches Bild mithilfe dreier Dostojewski-Romanen umschreiben: Der Spieler. Schuld und Sühne. Der Idiot." (Beim letzten Buchtitel hat sich Juan Moreno aber richtig was getraut !)

 

Und die Biographie strotzt nur so vor genialen Wort-Kreationen. Herr Moreno musste sein schreibendes Talent sicherlich ziemlich strapazieren, um eine Biographie hinzukriegen, die einen einflussreichen, erfolgreichen, aber auch getriebenen, süchtigen und am Ende gefallenen Mann beschreibt. Es ist ihm gelungen! Bravo!

 

Uli Hoeneß wird durch das Buch denjenigen, die ihn eh nicht leiden können, sicherlich nicht sympathischer. Die, die ihn mögen, halten sowieso zu ihm. "Alles auf Rot" zeigt einen Uli Hoeneß, der besessen ist von Zuwendung, Anerkennung, vom Erfolg, vom Zocken und vom Geld. Aber das Buch zeigt auch den anderen Uli Hoeneß, den Wohltäter, den Großzügigen, den Spender, den Helfenden. Ein Mann der Extreme eben ... Ein Zocker, ein unruhiger Geist, der mit Sicherheit nach seinem Gefängnisaufenthalt wieder kommen wird ... Schauen wir mal, als was und wie. Ich meine, dass sich ein echter Narzisst nicht die Flügel stutzen lässt. Das heißt: Man wird ihm nicht die Flügel stutzen können, weil er sich wehren wird. Wie er sich immer gewehrt hat. Wie er eben ist: Unangepasst und selbstgerecht. Er wird ein Sieger-Typ bleiben und kann sich an seinem eigenen Credo messen: „Sieger haben Ziele, Verlierer Ausreden!“

 

c) M.

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