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GLÜCKSKINDER – HERMANN SCHERER

 

Ich bin ein Glückskind ... Ich bin ein Glückskind ... Du auch ... Wenn du JETZT beginnst ...

 

Ich muss gestehen, die "Glückskinder" haben mich nicht nur glücklich gemacht, sondern auch verwirrt, desillusioniert und ja, nervös, ein bisschen hibbelig gemacht ... Weil mir durch das Lesen des Buches klar geworden ist, was ich alles versäumt habe. Was ich alles nicht getan habe. Was ich alles tun und sagen hätte sollen. Mir wurde bewusst, welche Chancen ich ungenutzt habe verstreichen lassen. Ja, da ist im Leben eines jeden so viel, das er gerne einmal getan hätte, aber nie getan hat. Warum? Weil wir in unserem System irgendwie gefangen sind. Weil wir Kompromisse eingehen müssen. Weil wir im Prinzip Gefangene sind. Aber wir sind auch Getriebene. Und vor allem Hermann Scherer scheint mir der Prototyp eines "Getriebenen" zu sein ...

 

Eigentlich klingt seine "Lehre", ich will sie mal bewusst so nennen, doch sehr asiatisch: Wir müssen / sollen los lassen, an nix festhalten und uns an nix und niemanden binden, wir müssen unseren Weg gehen, klar, gerade, UNSEREN Weg, wir dürfen uns nicht von den scheinbar verlockenden Angeboten von unserem Weg abbringen lassen. Ablenkungen widerfahren uns überall im Leben. Wir dürfen ihnen keine Aufmerksamkeit schenken, weil sie uns wieder von unserem Weg abbringen. Und wie sagte Al Pacino als Verführer in Gestalt des Teufels so schön zu Kevin, seinem "Opfer", als er ihn am Ende doch wieder rumkriegt: "Eitelkeit ist eindeutig meine Lieblingssünde" ...

 

Wir wollen gelobt und geliebt werden, wir schaffen uns Besitz an, wir machen es uns "gemütlich", wir streben den Erfolg an, aber doch nur halbherzig ... Und wenn wir es uns so schön kommod gemacht haben und denken, dass wir jetzt nicht mehr verführbar sind, kriegt er uns doch wieder, der Belzebub. Und schon verharren wir wieder in unserem alten Tun und denken, dass es schon "ganz okay" wäre ...

 

Ich bin jemand, der -gerade bei solchen Motivationsbüchern- immer kleine gelbe Zettelchen ins Buch klebt. Auf die Textstellen, die mir wichtig erscheinen und die ich dann unbedingt wieder nachlesen will. Nach ca. 40 Seiten gingen mir bei diesem Buch die Post-It's aus ... Das Buch ist vollgepackt mit echten Weisheiten, mit Sprüchen, die uns aufwecken, mit Sätzen, die uns klar machen, dass wir so vieles versäumt haben, so viele Chancen nicht genutzt haben. Aber es ist nie zu spät, denn der beste Zeitpunkt liegt nicht in der Zukunft oder irgendwann oder wenn alles perfekt scheint. Der beste Moment ist genau JETZT!

 

Ich hatte mir -zugegeben- unter dem Buch etwas ganz anderes vorgestellt. Okay, mir war klar, dass "Glückskinder" nicht die sind / sein können, die mit dem goldenen Löffel im Mund geboren werden. Die ein Millionenschweres Erbe und Prunk und Wohlstand schon von Geburt an haben. Bücher über positives Denken gibt es mehr als genug. Und es ist ja auch so, dass Menschen, die wirklich zufrieden, glücklich und erfolgreich sein, keine Negativ-Denker, keine Kopf-in-den-Sand-Stecker und keine Miesepeter sind / sein können.

 

Hermann Scherer hat eine ganz eigene Vorstellung vom Glück: "Glücksinder sind die Trash-Kometen. Mit ihrem Schweif von Chaos ziehen sie über den Himmel. Ihr Schwerefeld saugt alles an, wirbelt es durcheinander und setzt es neu zusammen. Sie sind mehr oder weniger Besessene, Aufsässige, Freaks. Kein Wunder, dass sie vor ihrem Durchbruch oft Außenseiter sind. Sie kennen kein Benimm, kein Pardon und keine Verwandten. Sie platzen überall rein, sie fassen alles an, sie stellen alles auf den Kopf. Sie sind verrückt, so verrückt, dass sie sogar glauben, die Welt ändern zu können. Genau deshalb gelingt es ihnen. Manchmal."

 

Große Worte, sehr große Worte und davon gibt es mehr als genug in dem Buch.

 

Wir müssen mit dem Kopf durch die Wand. Auch, wenn die anderen sagen, dass es weh tut. Lass sie labern … Für uns selbst wartet am Ende die tiefe Zufriedenheit, weil wir uns nicht haben aufhalten lassen. Und während wir auf der anderen Seite der Wand unser eigenes Paradies entdecken, weil wir unsere gesellschaftlichen Fesseln gesprengt haben, hocken die anderen noch da und überlegen sich, wie sie am leichtesten das Loch wieder zukitten können.

 

Trotzdem hat mich das Buch in eine Art Gefühlsstrudel hineingezogen: Man, was ich alles nicht getan habe. Was ich alles angehäuft habe, das ich nicht brauche. Was für einen Ballast ich mir aufgeladen habe. Was für faule Kompromisse ich gemacht habe. Wie viel sinnlose Zeit ich mit Warten verbracht habe. Wie oft ich gezweifelt habe. Wie oft ich mich nicht auf den Weg gemacht habe. Wie oft ich einfach still war, regungslos, ja leblos. Wie oft ich mich verbogen habe. Wie oft ich feig war ...

 

Aber: Das Buch hat mir auch beigebracht, dass es nie zu spät ist. Dass wir immer noch alles anpacken können. Wir müssen es nur wollen. Und vor allem: Wir müssen schon wissen, wo wir hin wollen, was wir wollen. Denn genau das haben wir ja auch oft aus den Augen verloren. Zu sehr gefangen in unserem langweiligen Alltag, in unseren Jobs, die wir nicht lieben, sondern die wir nur tun.

 

Es gibt viel zu tun ... Packen wir's an!

 

"Glückskinder" ist eine literarische Landkarte für alle (Sinn-)Suchenden, aber auch für Menschen, die in stupiden Jobs festhängen und eigentlich berufstechnisch was ganz anders im Sinn haben. So jemand wird sich nach dem Buch sicherlich aufmachen, auf SEINEN Weg ... und keinen einzigen Gedanken ans Scheitern verschwenden.

 

Das Buch ist vielleicht weniger eine Landkarte für die zwischenmenschlichen Dinge oder für den Lifestyle. Denn Hermann Scherer geht davon aus, dass wir das Glück nicht im "eigenen Haus" oder in irgendwelchen Gütern, die wir kaufen können, finden. "Um Freiheit zu erreichen, müssen wir Sicherheit aufgeben", sagt er, und: "Ein Haus ist ein Loch im Boden, durch das das Geld verschwindet". Menschen, die grad im Häuschen-bauen-Kinder-kriegen-Modus stecken, finden das Buch vielleicht gar nicht so gut. Ich habe es so verstanden, dass Scherer uns auch sagen will, dass wir uns nicht an Menschen binden sollen ... an nichts eben ...

 

Nun, für mich stellt sich schon die Frage, ob uns das dann wirklich glücklich macht, wenn wir alles los lassen? Aber vermutlich ist genau das dann das "wahre Glück", das, das tief aus dem eigenen Innern kommt.

 

Scherer nimmt uns auch ein wenig von der Illusion, dass Familie und Haus glücklich machen können. Er lehrt uns, an nix festzuhalten und geradlinig unseren Weg zu gehen, Chancen zu nutzen und nicht zu warten, das, was wir tun wollen, JETZT anzupacken. Ob wir damit glücklich sein können?

 

Aber ich weiß, was er meint. Das Glück, das er meint, hängt hoch. Aber wir wollen ja endlich aufstehen und nicht liegen bleiben. Strecken wir uns, jetzt, immer und immer wieder, damit wir es erreichen ... das Glück da oben!

 

c) M.

 

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KRUPS TOASTER KH 1518

 

Der Toaster ist optisch erst mal eine klassische schwarze Schönheit. Er ist zwar komplett aus Kunststoff, aber das führt auch dazu, dass man ihn sehr leicht und gut säubern kann ...

 

Und das wirklich Besondere fällt dann auch gleich positiv auf: Dieser Toaster von Krups hat keinen üblichen Gitteraufsatz zum Aufbacken. Das hat Krups hier viel galanter gelöst: Der "Brötchenlift" ist hier in den Toaster quasi integriert. Durch zwei Klappen ist er ruck-zuck aufgestellt. Und ist man mit dem Aufbacken fertig, kann man den Brötchenlift wieder zurückklappen. Diese Lösung ist mehr als gelungen. So hat man kein loses, wackliges Teil, das irgendwo herumfliegt und das man im Falle des Gebrauchs dann schlimmstenfalls nicht findet. Der integrierte Brötchenlift ist hier das, was den Toaster auszeichnet und was ihn bedienerfreundlich macht.

 

Insgesamt gibt es sechs unterschiedliche Bräunungsstufen.

 

Schön und angenehm ist auch noch, dass der Toast, wenn er fertig ist, automatisch angehoben wird, also relativ weit hochspringt. Zumindest so weit, dass man ihn bequem entnehmen kann. Eine Verbrennungsgefahr ist so auch ausgeschlossen.

 

Für diesen Toaster sprechen drei Vorteile: Er ist optisch klassisch schwarz ist, er hat einen praktischen, integrierten Brötchenlift und eine automatische Anhebefunktion, wenn der Toastvorgang beendet ist. Durchdachtes Krups Markenprodukt, deshalb klare Kaufempfehlung!

 

c) M.

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NENN MICH NICHT HASI! - SANDRA GIROD - blanvalet

 "NENN MICH NICHT HASI!" ist der witzigste Frauen-Roman, den ich seit ewig langer Zeit gelesen habe! Denn zugegeben: Bücher, die schon im Vorfeld als "lustig" und "amüsant" angekündigt werden, haben es m.E. doppelt so schwer. Dieser Roman von Sandra Girod hat diese doppelte Herausforderung wirklich mit Bravour gelöst! Und: meine Lachmuskeln einmal wieder so richtig schön arbeiten lassen!

 

Ich denke, dass dieser Roman wirklich eher für Frauen ist. Gerade Frauen und noch genauer: Verheiratete Frauen mit Kindern werden sich in dieser Geschichte am besten wiederfinden. Männer finden das vielleicht gar nicht so lustig oder können wohl einfach nicht in den weiblichen Humor so einsteigen, wie es eine Frau (und Mutter) tut. Ich habe zumindest schon lange nicht mehr so herzhaft gelacht.

 

Sandra Girod gelingt es mühelos, ausgesprochen witzig zu schreiben und das ist aus meiner Sicht eine seltene Kunst. Eine "lustige" Geschichte kann schnell aufgesetzt wirken, nicht diese. Okay, vielleicht ist das eine oder andere "Ich muss K****" der kleinen Tochter ein bisschen zu oft eingeflossen. Aber das zeigt anderseits wiederum einfach auch, was im Alltag mit kleinen Kindern sehr oft dominiert.

 

Die Geschichte klingt simpel und geht so: Angela ist mit Jan-Rudi verheiratet. Sie haben zwei kleine Kinder. Während Jan-Rudi sich in erster Linie um seinen Beruf kümmert, kämpft sich Angela durch den Hausfrauen- und Mutter-Alltag. Ihre "Großraumtasche" hat sie, wie sie schreibt, immer dabei und da ist auch alles drin. Ihr kleines Töchterchen Knöpfchen ist einfach reizend, auch wenn sie eben immer K**** muss. Sie erinnert mich ein bisschen an Maggie Simpson.

 

Nun, es kommt, wie es wohl kommen musste: Angela ist ihr Leben ein bisschen zu trist, grau und leidenschaftslos. Und da kommt ihr ARWID, ihr Fleischer vom Wochenmarkt, gerade recht. Er flirtet sie schon länger an. Also beschließt sie, zurück zu flirten. Und als er schließlich nach ihrer Handy-Nummer fragt, ist sie zwar erst etwas nervös, aber natürlich auch entzückt und beginnt mit ihm einen netten SMS-Flirt, der ihr Leben schon wieder etwas bunter macht. Und schließlich fragt er sie irgendwann nach einem heimlichen Treffen ...

 

Was nun hier jetzt doch so relativ simpel oder gar gewöhnlich klingen mag, ist in der Umsetzung einfach extrem gelungen und witzig. Und vor allem: Es ist nicht alles, wie es scheint! Da, wo man sich schon ausmalt, wie's wohl weitergeht, entpuppt sich die Geschichte nicht nur als nahezu permanenter Lacher, sondern auch noch zur lustigen Verwicklungs-Komödie. Am Ende ist nicht alles so, wie es zwischendurch schien. Am Ende ist eben doch alles anders, als man denkt ...

 

Chapeau vor "Nenn mich nicht Hasi!", lustig, spritzig, frech, überraschend und durchgängig amüsant!

 

c) M.

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Körperanalysewaage Selina

 

Alle Körperwerte auf einen Blick!

 

Heutzutage wiegt man sich nicht nur, man lässt gleich eine komplette "Körperanalyse" erstellen ... Und dabei hilft uns, darf ich vorstellen: Selina. Die innovative, gläserne Körperanalysewaage. Auf dass auch der Mensch gläsern werde ...

 

Zum Glück liegen hier auch die nötigen Batterien dabei, sodass man sofort los wiegen bzw. Körperanalyse betreiben lassen kann. In der Bedienungsanleitung ist alles gut erklärt. Man gibt erst mal über die Set-Taste seine persönlichen Daten ein: Geschlecht, Alter, Größe. Danach kann's auch gleich losgehen.

 

Will man eine komplette Körperanalyse, so muss man das Ganze über die "Set-Taste" machen, die man sich zuvor eingestellt hat. Das sind zwar nur drei Daten. Aber wenn man das öfter hintereinander macht, könnte das schon zu einem leichten Zehenkrampf führen. Denn mir fällt –zunächst- nichts anderes ein, als die Set-Taste mit dem großen Zeh zu bedienen. Und der zeigt nach mehreren Körperanalysen-Sessions auch schon die ersten Ermüdungserscheinungen.

 

Vor allem ist es mühselig, da Selina immer wieder, also bei jedem Betreten der Waage, die Daten bestätigt haben möchte. Liebe future-selina: Ich hoffe, du kannst dir in der Zukunft die Daten merken. Wäre Zehen- und Nervenschonender. Aber, sobald man den Zeh und die Set-Taste bemüht hat, erscheint auch schon nach klitzekleiner Wartezeit die komplette individuelle, ungeschönte Wahrheit:

 

Körpergewicht

Körperfettanteil

Körperwasser

Muskelmasse

Knochenmasse

BMI

Grundumsatz in kcal ...

 

In der Beschreibung kann man auch nachlesen, was es mit dem Körperfett und dem Körperwasser auf sich hat. So was wie den perfekten "BMI" kann man dann einfach mal googlen ...

 

Und nach mehrmaligen Analysen habe ich herausgefunden, dass es am Zehenschonendsten ist, wenn man sich hinsetzt, die Waage vor sich legt und die Daten dann einfach mit dem Finger bestätigt.

 

Aber: Einfach nur wiegen geht mit der Selina auch. Einmal kurz mit dem Fuß antippen, draufstellen, fertig ...

 

Fazit: Die Selina liefert sehr umfangreiche und detaillierte Werte. Die Einstellung ist ein kleines bisschen umständlich, aber wenn man seinen Weg gefunden hat, ist's okay. Eine komplette Analyse seines Körpers zu haben, kann nicht schaden ...

 

c) M.

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ICH BIN DEIN - Tara Sue Me

 

Reizendes S/M-Märchen 

 

Eine schnelle Antwort auf die Frage, ob "man" bzw. eher "frau" das Buch lesen soll: Ja! Diese Antwort vorweg für alle, die sich grad fragen, ob das Buch was für sie ist. Wem "Shades of Grey" und Ähnliches gefällt, der wird -zweifelsfrei- auch "Ich bin dein" mögen. Das Buch ist ein nettes S/M-Märchen, das vor allem Frauen gefallen dürfte. Es geht hier um einen reichen, potenten Dom und eine hübsche, niedliche Sub. Und da auf dem Buchcover steht: "Der US-Bestseller vor Shades of Grey" muss oder will "Ich bin dein" sich diesen Vergleich gefallen lassen ...

 

Ich muss jedes Mal die Augen verdrehen, wenn ich "Ich bin dein" schreiben muss. Kitschiger und unvorteilhafter geht's nicht. Vor allem, wenn man weiß, dass es sich im Original um eine Trilogie handelt, die sich da

 

"The Submissive Trilogy"

 

nennt. Klingt gut, finde ich und sagt sofort aus, worum's geht. "Shades of Grey" kann sich auch jeder gleich merken, es ist eben unverwechselbar. Und so sind auch die Titel im Original. Aber nein, man musste den Büchern ja hier wieder deutsche Titel aufzwängen.

 

Im Original heißt das Buch nämlich

 

"The Submissive".

 

Und das ist viel, viel eingängiger. "Ich bin dein" merkt sich kein Mensch. So heißt der zweite Teil dann

 

"The Dominant"

 

und der dritte

 

"The Training".

 

Macht Sinn und klingt gut! Bei uns heißt "The Dominant" "Du bist mein". Warum macht man das?

 

Ich schreibe das deshalb so eindringlich, weil ich glaube, dass es gerade bei dieser Buchreihe ein irrsinnig großer Fehler war, die Titel dermaßen verfälscht zu übersetzen und ihnen so langweilige Titel zu geben. Titel müssen im Ohr bleiben und auch zum Buch passen.

 

Und "The Submissive" passt einfach am besten.

 

Es geht um Abby und die Geschichte ist auch in der Ich-Form geschrieben. Die Story beginnt eigentlich mittendrin. Sie steht bei Nathaniel West (unser neuer Christian Grey ) im Büro und bietet sich ihm als Sub an. Da platzt man also gleich mitten rein in die Geschichte und das ist ganz gut so. Sie hat sich ordentlich als Sub beworben und den Vertrag und die Bedienungen gelesen. Alles paletti! Erst am Schluss schließt sich der Kreis und man erfährt, wie es dazu gekommen ist. Aber ist eigentlich gleich ein flotter Start in die Story.

 

Danach geht's ähnlich wie bei Shades of Grey zu: Abby trifft jeden Freitagabend in Nathaniel's Anwesen ein und fährt am Sonntagnachmittag wieder zurück in ihr altes, normales Leben. Am Wochenende gehört sie dann nur ihm und muss tun, was immer er verlangt.

 

Na ja, so tragisch ist das auch nicht. Denn Nathaniel entpuppt sich doch ein bisschen als "softer Herr" und "romantischer Dom", zumindest aus meiner Sichtweise . Und Sie kann ja jederzeit alles abbrechen. Aber so willigt sie nun erst mal ein und wird von ihm in die Welt des S/M eingeführt. Aber das auch sehr sanft und sehr soft, zwischendurch gibt's auch "normale" Erotik und das find' ich zum Beispiel sehr langweilig . Also, gar Fürchterliches passiert hier nicht. Nathaniel ist natürlich ein S/M-Wonneproppen und der beste Dom schlechthin. Ein Traummann eben.

 

Anders wie bei SoG ist Abby nicht total jung. Wenn ich richtig gerechnet habe, ist sie 32 und Nathaniel 34. Die beiden sind auch nicht so ausführlich beschrieben wie Christian und Anastasia. Ich habe die beiden eigentlich in diesem Buch nicht so gut kennen gelernt. Ich hoffe, dass sie in den Folge-Teilen besser beschrieben sind. Außer, dass Nathaniel dunkle Haare und grüne Augen hat und natürlich "fantastisch gebaut" ist, kann ich ihn mir nicht richtig vorstellen. Und Abby erst recht nicht. Ich weiß nicht, wie groß sie ist, welche Haar- oder Augenfarbe sie hat, wie lang ihre Haare sind und so weiter. Seltsam, dass man sich nach fast 300 Seiten die Protagonisten immer noch nicht so richtig vorstellen kann. Vielleicht ist das ja gewollt, so konzentriert man sich mehr auf ihre Spiele .

 

Mir gefällt aber Abby trotzdem viel, viel besser als Anastasia. Weil: Abby kocht und isst gern. Und Nathaniel wollte auch, dass seine Sub gut kochen kann. Und das tut Abby. Und so essen die beiden am Wochenende immer zusammen, morgens, mittags, abends, und kochen auch selbst. Erfreulich. Abby zickt beim Essen nicht rum wie Anastasia. Ganz im Gegenteil. Und das empfinde ich als sehr, sehr erfrischend! Essen ist schließlich auch Genuss!

 

Ich habe dieses Buch auf jeden Fall extrem gern gelesen. Es ist flüssig geschrieben, gar nicht mal so anspruchslos, wie man vielleicht denken möchte. Die Story ist stimmig und gut erzählt. Das Lesen hat mir Freude bereitet. Die Geschichte ist ja auch traumhaft . Und auch, wenn ich die beiden optisch in dem Buch nicht so richtig kennen gelernt habe, so sind sie mir doch sehr sympathisch. Ebenso die Menschen rings um sie. Ein schönes, lesenswertes S/M-Märchen ... Und es geht ja weiter mit Teil 2 und 3 ...

 

c) M.

 

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Der Duft der Mondblume – Di Morrissey

 

Stimmungsvolle Geschichte einer jungen Frau, die auf Hawaii ihr Glück sucht

 

Man möchte sofort noch mal Anfang 20 sein und nach Hawaii fliegen, wenn man dieses Buch liest. Die ganze Geschichte ist geprägt von den Beschreibungen über das wunderschöne, magische Hawaii und das unkonventionelle, freie Leben junger Menschen dort, die in erster Linie surfen, im Wasser und am Strand sein wollen.

 

Das Buch beginnt mich Catherine's 21stem Geburtstag. Sie führt ein behütetes Leben auf einer Farm in Australien. Ihre Eltern schenken ihr zu ihrem Geburtstag eine Reise nach London und nach Hawaii. Damit ist der Grundstein für ein riesengroßes Abenteuer und auch für Catherine's Schicksal gelegt.

 

In London trifft sie Bradley, ein schicker, amerikanischer Offizier, der auf Hawaii lebt. Sie treffen sich dort wieder, verlieben sich ineinander und schon bald macht er ihr einen Antrag. Catherine schwebt im siebten Himmel. Nicht nur Bradley hat es ihr angetan, sondern auch die sonnige Schönheit Hawaii's.

 

Sie lebt zunächst gerne dort. Sie liebt das Meer, den Strand, die Sonne, die Mentalität der Hawaiianer. Aber sie liebt nicht ihr neues Leben als Frau eines amerikanischen Offiziers. Die steifen Treffen mit den anderen Offiziersfrauen gefallen ihr gar nicht. Ihre Verpflichtungen als Offiziersfrau nimmt sie nur widerwillig wahr. Viel lieber hängt sie bei ihren neuen Freuden am Strand rum.

 

Als Bradley monatelang ins Ausland muss, entdeckt Catherine Hawaii auf eigene Faust, lernt das Fotografieren und Surfen und begegnet vielen interessanten Menschen.

 

Als sie den Surfer P. J. kennen lernt, wird ihre Ehe auf die Probe gestellt. Wird sie Bradley treu bleiben oder wird sie dem legeren Charme des Surfers erliegen? Und wenn ja, wie soll es dann weiter gehen?

 

Das Buch hat fast 600 Seiten und auch, wenn es flüssig geschrieben ist und man die Hawaiianische Kultur und das Leben sehr gut kennen lernt, so hätte man doch auf die eine oder andere ausführliche Beschreibung verzichten können.

 

Nichts desto trotz ist "Der Duft der Mondblume" eine schöne, stimmungsvolle Geschichte einer jungen Frau, die ihr Glück sucht. Für faule Nachmittage im Liegestuhl oder auf dem Sofa und zum Träumen bestens geeignet. Man möchte sofort nach Hawaii fliegen ...

c) M.

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Roman DER SOMMER DER BLAUBEEREN

Der Sommer der Blaubeeren

 

Blaubeer-Schicksal … könnte es auch heißen …

 

Zugegeben: Ein kleines bisschen kitschig ist die Geschichte eigentlich schon ... Aber dennoch: "Der Sommer der Blaubeeren" ist eine sehr umfangreiche Liebesgeschichte.

 

Es ist die Story der -nicht mehr ganz so jungen- New Yorker Anwältin Ellen. Sie ist eine typische New Yorkerin mit chicen Klamotten, stets bemüht, fettfrei und gesund zu essen, und immer bussy. Sie ist mit dem gutaussehenden, charmanten -ebenfalls- Anwalt liiert. Die beiden wollen in einigen Monaten heiraten.

 

Und dann nimmt Ellen's Geschichte natürlich eine große Wende. Damit beginnt das Buch.

 

Ellen's Großmutter ist gerade gestorben. Kurz vor ihrem Tod gibt sie Ellen einen Brief, den sie an einen gewissen "Chet" im Küstenort Beacon geben soll.

 

Also fährt Ellen nach Maine und begibt sich in Beacon auf die Suche nach Chet, der ersten Liebe ihrer Großmutter.

 

Und offenbar nimmt hier das Schicksal seinen Lauf. Ellen steht am Pier und merkt nicht, dass die Bretter unter ihren Beinen morsch sind und nachgeben. Eh sie sich versieht, stürzt sie Meter tief in den kalten Golf von Maine.

 

Aber ein Retter ist nah ... "Stehen bleiben, das ist gefährlich!", ruft er ihr noch hinterher, da ist sie schon in das eisige Wasser gefallen. Aber er ist ein guter Schwimmer und stürzt sich zu ihr in die Fluten ...

 

"Der Sommer der Blaubeeren" eignet sich gut für chillige Urlaubstage im Liegestuhl am Strand, Garten oder See, auch für kuschelige Sofa-Tage im Herbst oder für kalte Wintertage. Leichte Kost, nix Intellektuelles, eher eine seichte Geschichte, die aber locker-leicht erzählt und somit schmerzfrei zu lesen ist. Eine harmlose, vorhersehbare Liebesgeschichte. Das Leben ist schon schwer genug! Da können wir so eine leichte Kost eben auch entsprechend leicht verkonsumiert.

 

c) M.

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 Selbstvertrauen stärken und ausstrahlen – Eva Wlodarek

 

Power-Book für Frauen

 

Eva Wlodarek ist es gelungen, mit dieser Lektüre ein echtes "Power-Book" zu schreiben. Für Frauen wohl gemerkt! Männer wird das Buch nicht interessieren und sie haben es auch nicht so nötig.

 

Ja, das klingt erst mal komisch, entspricht aber in vielen Fällen immer noch der Wahrheit. Und deshalb brauchen Frauen gerade so eine Lektüre! Denn vielen fällt es immer noch schwer, "Nein" zu sagen oder im Beruf ihre Frau zu stehen. Viele Frauen tun zwar nach außen hin selbstbewusst, sind es aber innerlich nicht wirklich. Viele Frauen mimen nach außen die Starken, sind aber im Innern unsicher. Und das, was nach außen oft nach "Poser-Frau" aussieht, ist im Inneren eine unselbstständige Frau, die alles über sich ergehen lässt, nur, damit sie nicht aneckt.

 

Ja, klingt unangenehm, braucht es aber nicht sein. Denn Eva Wlodarek zeigt in ihrem Buch "Selbstvertrauen stärken und ausstrahlen", genau, wie's geht. Das Buch tut einfach gut, man fühlt sich wohl mit ihren Worten und voll und ganz verstanden. Jede Frau kann wirklich "stark" werden, stark im Sinne von: authentisch und ehrlich gegenüber sich selbst leben.

 

Männer und Frauen sprechen eben immer noch nicht die gleiche Sprache, Emanzipation hin oder her. Da, wo es Männern leicht fällt, "Nein" zu sagen und selbstbewusst aufzutreten, verharren Frauen immer noch still in der zweiten Reihe. Aber das kann frau ändern! Und dieses Buch hilft uns dabei! Am Ende geht frau gestärkt daraus hervor.

 

Eva Wlodarek beginnt bei unserer Kindheit. Hier werden schon oft Verhaltensmuster gelegt. Prägungen entstehen. Aber es ist nie zu spät. Wir müssen nicht automatisch das leben, was uns unsere Eltern vorgelebt haben. Wir können auch anders. Wir können unsere Muster ändern. Hier zeigt uns die Autorin auch wieder, wie's geht.

 

Aber auch, wie man sich in der Männerwelt richtig positioniert, mit Kränkungen souverän umgeht, öffentliche Auftritte mit Selbstvertrauen meistert bis hin zur Kleider- und Stilfrage für das Selbstvertrauen, können wir in diesem Buch lesen.

 

Absolut empfehlenswert für Frauen, die einen Power-Boost wollen / nötig haben. Nach dem Lesen dieser kraftvollen Worte und lehrreichen Sätze gibt's nur noch eins: Kopf hoch, Prinzessin, sonst rutscht die Krone!

 

c) M.

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 Du bist mein – Tara Sue Me

 

S/M-Roman Teil 2 ... Jetzt erzählt Nathaniel ...

 

Zuerst gab es "Ich bin dein", jetzt "Du bist mein". Ich dachte eigentlich, dass das die Fortsetzung ist. Ist es aber nicht.

 

Während in "Ich bin dein" Abby erzählt, ist "Du bist mein" quasi Nathaniel's Buch. Es handelt sich um genau die gleiche Geschichte, nur eben von seiner Warte aus erzählt. Man könnte meinen, dass das langweilig ist, weil man die Story ja schon kennt. Und klar, das muss man schon zugeben: An der einen oder anderen Stelle hat man schon ein Déjà-vu, weil man die Wörter ja schon mal gelesen hat. Viele Sätze sind komplett identisch. Das ist ungewöhnlich. Aber da es sich hier ausschließlich um Nathaniel's Gedanken und Empfinden handelt, entwickelt sich sofort auch ein ganz anderer Drive.

 

Im ersten Buch konnten wir lesen, wie Abby die ganze Sache empfindet. Und nun ist Nathaniel dran. In "Du bist mein" gibt's alles aus seiner Sicht.

 

Interessant seine Gedanken, die stets natürlich hin und her gerissen sind. Was man ja im ersten Teil quasi gar nicht mitbekommt, so erfährt man hier, wie Nathaniel wirklich empfindet. Und er fragt sich ab einem gewissen Zeitpunkt immer wieder, ob er das Dom- und Mann-Sein trennen kann beziehungsweise, ob er irgendwann beides gleichzeitig sein und es vereinen kann. Denn eigentlich will er ja nur Dom sein, aber er spürt natürlich auch, dass da Gefühle für Abby sind.

 

Und welche Art von Gefühlen er Abby entgegenbringt, das lohnt es sich, in "Du bist mein" zu lesen. Und natürlich erfahren wir hier auch mehr von dem traumatischen Erlebnis in seiner Kindheit, das ihn auch zu dem gemacht hat, der er ist. Um sein Herz zu schützen ... Also eine klasse S/M-Story. Hart sein, um sich so vor Kränkungen zu schützen ...

 

Die ganze Reihe ist eine Trilogie. Und die Geschichte liest sich wirklich gut. Der ewige Vergleich mit Shades of Grey nervt ein bisschen, finde ich, auch wenn die Story ähnlich ist. Aber Shades of Grey wurde halt gepusht ohne Ende. Außerdem sind die Protagonisten bei Shades of Grey viel jünger. Abby und Nathaniel sind keine 20 mehr und das macht die Geschichte aus meiner Sicht auch "reifer" und somit weniger unnatürlich.

 

Das Einzige, was mich an dieser S/M-Reihe wirklich stört, sind die Titel der Bücher beziehungsweise, dass man sie so unglücklich ins Deutsche übersetzt hat. "Du bist mein" klingt genauso langweilig wie "Ich bin dein". Die Originaltitel "The Submissive" und "The Dominant" sind viel, viel aussagekräftiger, passen besser zum Thema und sind eingängiger. Ich bin überzeugt davon, wenn man den Büchern in Deutsch nicht so langweilige Null-Acht-Fünfzehn-Titel verpasst hätte, dass sie dann eine deutliche größere Chance gehabt hätten, ähnlich bekannt wie "Shades of Grey" zu werden. Denn inhaltlich und sprachlich sind diese Bücher besser.

 

Und noch doofer (sorry) finde ich die Widmung der Autorin: "Für meine Eltern, denen ich meine Liebe zu Büchern verdanke, und meine Schwiegereltern, die mein Schreiben unterstützt haben. Vielleicht werde ich euch eines Tages meinen Künstlernamen verraten. Doch wohl eher nicht." ???? Warum steht die Autorin nicht zu dem, was sie schreibt? Und wenn sie es traurigerweise schon nicht tun, dann soll sie so eine plumpe Negativ-Widmung auch gleich weg lassen.

 

Wenn man diese beiden störenden Kleinigkeiten ausblendet, dann bleibt eine wunderschön erzählte S-/M-Story über. In "Du bist mein" erfährt man sogar auch mehr über Abby, also, wie sie optisch aussieht. Das kam im ersten Band nicht so deutlich rüber. Aber hier erzählt Nathaniel auch, wie sie aussieht. Es war schön, in "Du bist mein" zu lesen, wie Nathaniel an die Geschichte mit Abby herangeht. Ein traumhaftes Liebespaar! Eine prickelnde Liebesgeschichte!

 

c) M.

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 Bin ich denn der Einzigste hier, wo Deutsch kann?

 

Deutsch ist schön ... Komma, aber ...

 

Andreas Hock zeigt uns auf, wo der Hase im Pfeffer liegt, wenn es um das schöne deutsche Sprachgut geht!

 

Das ganze Übel beginnt schon in der Schule, respektive im Deutsch-Unterricht. Und da kann ich ihm „nur“ beipflichten: Die schöne, deutsche Sprache wird den Kindern nicht richtig beigebracht. Soll heißen: Die ollen Schinken, die sie lesen müssen und die Strenge der Lehrer trägt das Ihrige dazu bei, dass die Kinder lieber fernsehen und Deutsch nicht zu ihren Lieblingsfächern zählt.

 

Und er nimmt uns mit auf eine Reise in die deutschsprachliche Vergangenheit. Er zeigt und schreibt, warum die deutsche Sprache mal so schön und galant war und wie es dazu kam, dass sie irgendwie so verrohte - und dass es bestimmte Wörter schlicht nicht mehr gibt ...

 

Um mal andersherum mit dem Schluss zu beginnen, weil der eigentlich der lustige Teil des Buches war. Dort listet er "bedrohte" Wörter auf, wunderbare Begrifflichkeiten, die eigentlich keiner mehr benützt. Z.B. Eckensteher, Ehrwürden, Faustkampf, verabreichen, Tagedieb und so weiter. Und er beschreibt auf amüsante Art und Weise, wie man diese uralten Wörter in die "neu-deutsche" Sprache einbetten könnte. („Guck dir die Zecke an, das ist voll der Tagedieb!&ldquo Zugegeben: Etwas überzogen, aber genau so soll's ja auch sein. Das ist ja Sinn und Zweck. Sonst liest’s  ja keiner …

 

Ich hätte mir, ehrlich gesagt, mehr von dieser Witzigkeit im ganzen Buch gewünscht. Die fehlt mir hier und da doch etwas. Klar, das eine oder andere Kapitel amüsiert, aber das Meiste ist eigentlich ziemlich ernst. Man könnte das Ganze aber auch von seiner witzigen Seite aus betrachten, so, wie Andreas Hock es am Ende seines Buches geschafft hat.

 

Da erklärt er sprachlich überzeugend (spaßhaft), wie man z.B. das uralte Wort "Backfisch" (pubertierendes Mädchen) auf Fack-ju-Göhte-Art in einen Satz einbauen könnte, nämlich: "Hast du den Backfisch gesehen? Den mach ich heute noch klar, ich schwör!" oder ein krasser Satz mit "Harm" (Kummer): "Dass die Cindy Schluss gemacht hat, hat mich echt geflasht. Mein Herz ist voll Harm, Leute!" ... Das fand ich ziemlich witzig und genial. So hat sich der „Niedergang der Sprache“ doch schon etwas relativiert.

 

Mit unserer Sprache kann man ja auch spielen und sie hat viele Facetten und sie muss sich ja auch immer wieder erneuern dürfen. Dass wir viele englische Wörter verwenden oder viele Jugendliche nur noch im Abkürzungsmodus simsen oder dass wir überhaupt nur noch Kurznachrichten via Facebook, Twitter, Whatsapp etc. absetzen, ist sicherlich eine riesengroße Veränderung des Sprachverhaltens. Da darf man schon ein bisschen "romantisieren" und sich die "gute, alte deutsche" Sprache zurückwünschen. Aber: Fortschritt muss schon auch sein, auch wenn er möglicherweise nicht immer in die richtige Richtung geht. Aber aufzuhalten ist er auch nicht mehr … Man tut vielleicht gut daran, ihn humoristisch zu betrachten. Was Bessres fällt mir auch nicht ein.

 

Andreas Hock ist offenbar (deutsch)sprachverliebt und das kann ich extrem gut nachvollziehen. Jedes Kapitel beginnt mit einem "Weil..." und klärt uns so über den Niedergang unserer Sprache auf.

 

Vieles Zeitgeschichtliche war mir neu und deshalb fand ich es hochspannend, bildend uns interessant. Vieles ist amüsant und das ist auch gut so. Da kommste nur klar mit, wennste drüber lachst ... Aber wir können ja schließlich auch selbst was zur Spracherhaltung beitragen ...

 

Für mich persönlich war im Vorfeld interessant, wie Andreas Hock zum Thema Rap steht ... und hier gab's auch ein Kapitel, nämlich "... weil Bushido und Kollegas Erfolg hatten" ... Und hier hat er meiner Meinung nach ganz richtig argumentiert. Auch wenn die Wortwahl das eine oder andere Mal zu wünschen übrig lässt, so muss man den Jungs doch zugute halten, DASS sie deutsch singen ... und so mancher Reim kann sich schließlich durchaus sehen / hören lassen ...

 

Aber, ganz wichtig auch: In der Schule müsste sich auch dringend etwas ändern, damit die Kinder wieder Spaß an der deutschen Sprache haben. Sie müssten Kindgerechtes lesen und Deutsch-Lehrer müssten von ihrem hohen Ross herab und endlich begreifen, dass sie bei einem Drittklässler nicht die gleichen Maßstäbe wie bei ihren einstigen Kommilitonen anwenden können. Vielleicht weniger den ungeliebten Rotstift ansetzen und dafür mehr loben und spielerisch Lust auf Sprache machen …

 

Und insofern ergibt sich für mich das Fazit, das die Einen „unsere Sprache“ halt sehr lieben und über den Niedergang zu Recht besorgt sind. Die Anderen sprechen sie, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist – oder auch nicht. Und wieder Andere gebrauchen sie nach ihrem eigenen Gusto und entsprechend ihres Niveaus. Und wie auch immer wir darüber denken: Deutsch ist und bleibt schön. Und jeder gebraucht Deutsch so, wie er kann …



M. / 21.8.2014

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