Meet & Greet mit Karin Slaughter

Meet & Greet und Lesung mit Karin Slaughter

       Am 8. September war ich zu einem persönlichen Meet & Greet mit der Bestsellerautorin Karin Slaughter geladen.

 Die Autorin kam leger in Jeans, Sneakers und Hemd. So leger wie ihre Kleidung, war auch sie selbst. Sehr freundlich, sehr nett, sehr sympathisch und auch sehr professionell. Es gab die Gelegenheit zu einer intensiven Frage-Runde und zum Signieren der Bücher und zur Autogrammvergabe.

Nach dem Meet & Greet ging's zu Fuß zur anschließenden Lesung - in Begleitung von Karin Slaughter! Hier ein kurzes Video aus dem Hörsaal der Rechtsmedizin:

http://youtu.be/HRlc6VeWM4o

Auf ihrer Deutschlandtournee präsentierte Karin Slaughter ihren neuen Thriller Bittere Wunden, am Montag, den 8. September 2014!

im Rahmen des Krimifestivals München.

Es gab eine zweisprachige Lesung mit Karin Slaughter

und Dietmar Wunder (Synchronsprecher und deutsche Stimme von Daniel Craig) 

am Institut für Rechtsmedizin

im Sektionshörsaal.

 

Eine kurze, persönliche Anmerkung:

Die Autorin erzählte uns, dass sie sehr viele Angebote bekommen würde, dass sie mit Serienkillern, Schwerstverbrechern etc. ein Interview führen könnte.

Aber sie lehnte bewusst in jedem Fall ab.

Damit will sie den Verbrechern nicht noch mehr Aufmerksamkeit zukommen lassen.

Des weiteren spricht sie aus Pietätsgründen auch nicht mit echten Opfern.

Ich finde das sehr lobenswert und konsequent, deshalb möchte ich das extra erwähnen.

Der Fall in ihrem Buch hat sich so ähnlich zwar tatsächlich in Florida ereignet.

Aber nur in etwa. Auch hier will sie aus Rücksichtnahme nicht den tatsächlichen Fall wiedergeben.

Ich finde das ausgesprochen anständig und sympathisch! 

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Meine allerliebste, junge Mitbloggerin Theresa, die ich bei dem Meet&Greet kennen lernen durfte, hat den Abend mit ihren eigenen reizenden Worten so schön zusammengefasst:

(Theresa: In ein paar Jahren bist du eine ganz Große, glaub' mir, und ich bin froh, dass ich dich kennen lernen durfte. Und hey, ich will dich auch die nächsten Jahre sehen. Deine Leidenschaft für's Lesen und Schreiben kenne und teile ich. Als ich so jung war wie du, hat bei mir die große Liebe zur Literatur erst begonnen. Du steckst schon mitten drin. Aufregende Jahre warten auf dich. Ich find' dich toll!)

 http://tbuecher.jimdo.com/theresas-bücherschrank/


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Karin Slaughter: Sie scheint Spitzenplätze in den Bestsellerlisten abonniert zu haben - mit bereits 70 Millionen verkauften Büchern in 30 Sprachen. Wie schafft Karin Slaughter (geboren 1971) diesen Erfolg? Sie schreibt Thriller, die von Anfang an nervenaufreibend spannend sind, voller Überraschungen und trotzdem überzeugend. Sie lässt dabei kein Tabuthema aus und lotet gesellschaftliche, charakterliche und psychische Abgründe aus. Ein weites Feld tut sich auf für die Gerichtsmedizinerin Sara Linton in "Belladonna", "Zerstört" und anderen Thrillern der "Grant-County"-Reihe. Daneben stammen viele Einzelgeschichten und die "Atlanta"-Reihe mit dem Ermittler Will Trent aus Slaughters Feder. Für den Leser bietet sich eine Riesenauswahl, um sich ununterbrochen unter Spannung zu halten. (Quelle: www.amazon.de)

c) M. / 29.8.2014 und 9.9.2014

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Meine Rezension:

BITTERE WUNDEN – KARIN SLAUGHTER

Sensibler, professioneller Thriller ...

"Bittere Wunden" ist mein erstes Buch von Karin Slaughter. Mit Sicherheit aber nicht das letzte.

 Okay, es hat - zugegeben - ein Weilchen gedauert, bis ich mich in die Komplexität der Geschichte eingelesen hatte. Karin springt in diesem Thriller in der Zeit hin und her. Sie erzählt die Geschichte in den 1970er Jahren und in der Jetztzeit. Irgendwie wird dann doch schnell klar, dass die Zeitsprünge natürlich nicht willkürlich gewählt sind, sondern direkt etwas miteinander zu tun haben. Und als ich alle Personen dann einigermaßen umrissen hatte, war die Story für mich klar.

Was mir an diesem Buch so gut gefallen hat, ist die sensible Gratwanderung von Karin Slaughter zwischen Serienkiller, Opfer und den Protagonisten um den Fall herum. Da sind Amanda und Evelyn, die beiden jungen, ehrgeizigen Polizistinnen. In den Kapiteln, die in den 1970er Jahren spielen, kann man lesen, wie schwierig es damals im prüden Amerika gewesen sein muss, sich als Polizistin zu behaupten. Aber die beiden haben sich nicht beirren lassen und sich gleich mit ihrem ersten, brisanten, heiklen Fall behauptet.

Dass das Ganze aus den 1970er Jahren etwas mit der Jetztzeit zu tun hat und vor allem, wie, erfährt man nach und nach. In der Jetzt-Zeit geht es sehr stark um Sara und Will, die sich hier näher kommen. Sie ist Ärztin, er Polizist. Angeblich ist Will wegen seiner "zu langen Haare" in einen Art Strafdienst versetzt worden. Dass dahinter mehr steckt und dass Will eine dunkle Vergangenheit hat, versteht man auch mehr und mehr.

Karin Slaughter versteht es, zu schreiben. Sie regt uns zum Mitdenken an. Denn hin und wieder lässt sie eine Bemerkung einfließen, die man erst mal nicht einreihen kann. Aber wenn man weiter liest, klärt sich alles auf.

Das wirklich Schöne an diesem Thriller ist, dass er rund ist. Die Geschichte schließt sich zum Schluss wie ein Kreis. Und auch, wenn vieles sich wirklich schauderhaft liest, so ist die Story doch in sich schlüssig und vor allem nicht übertrieben blutgierig, sondern im richtigen Maße gruslig.

Karin Slaughter geht sehr, sehr sensibel mit dem Thema um. Sie beschreibt das, was der Serienkiller mit den Mädchen macht, zwar genau. Aber nicht unangenehm grausam oder brutal. Und seine schrecklichen Rituale beschreibt sie zwar akribisch, medizinisch versiert, aber nur in kurzen, knappen, wohl bedachten und professionellen Worten. Die Lebensgeschichten der Polizisten und des Liebespaares Will und Sara nehmen viel mehr Platz ein, als die grusligen Taten des Psychopathen. Und ich vermute mal, dass das ganz bewusst so gewählt ist!

Karin Slaughter ist eine verantwortungsbewusste, sensible Autorin, die weiß, wie brenzlig das Thema ist. Aber sie weiß auch, damit umzugehen. So räumt sie dem Serienkiller nur so viel Platz ein, wie seiner Rolle zusteht, damit wir die Geschichte verstehen. Sie schenkt ihm wohlbedacht keine übertriebene, unangebrachte Aufmerksamkeit.

Denn, so sagte sie während einer Lesung "Sie spricht nie mit echten Serienkillern. Obwohl ihr das oft angeboten wird. Aber sie will ihnen keine Aufmerksamkeit schenken. Des Weiteren spricht sie auch nicht mit echten Opfern und schreibt auch nicht über sie - aus Pietätsgründen und Respekt".

Sie macht sich Gedanken und weiß, was sie tut. Und mit dieser professionellen Sensibilität schreibt sie. Und obwohl das mein erstes Buch von ihr ist und ich die Vergangenheit von Sara und Will, Amanda und Konsorten nicht kenne, konnte ich in "Bittere Wunden" gut einsteigen. Es handelt sich hier nicht um einen blutrünstigen Thriller, der grausame Mördermethoden ausführlich schildert. "Bittere Wunden" ist ein gut recherchierter, professioneller, feinfühliger Thriller. Dem Täter wird nur so viel Platz eingeräumt, wie nötig. Dafür erwachen die anderen, sympathischen Protagonisten mehr zum Leben!

c) M. / 10.9.2014

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