FABIAN KAHL - Der Schatzsucher

FABIAN KAHL
Der Schatzsucher
Auf der Jagd nach Kunst und Kuriositäten
Eden Books

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Das Glück liegt im Suchen ...

Dass das Glück im Suchen liegt, ist für uns "alte Flohmarkt-Hasen" eigentlich nichts Neues, sondern sowieso unser Credo. Dass dieser Funke nun auch auf Jüngere überspringt, ist natürlich wunderbar und schön. Ob sich durch Bares für Rares nun mehr Antiquitätenhändler finden, sei mal dahingestellt. Was sich aber wohl schon verändert hat: Viele Leute beginnen nun in ihren Schubladen zu wühlen, um nach vermeintlichen Schätzen zu suchen, Menschen begeben sich in ihre Keller und auf ihre Dachböden, schauen in Garagen und Schuppen nach, ob dort eventuell was zu finden ist, das sie Händlern anbieten können. Die Leute lassen plötzlich ihre Blicke im Wohnzimmer schweifen und halten Ausschau nach Verkaufbarem. Das ist ja nun erstmal nicht schlecht ...

Denn um wahrer Liebhaber von Antiquitäten, Altem und Trödel zu werden, muss man das entweder von zuhause mitbekommen haben, so wie eben Fabian oder man entdeckt dieses "Gen" schon früh. Das, was Fabian in seinem Buch schreibt, ist genau das, was Menschen ausmacht, die ihren Beruf lieben. Sie mögen das, was sie tun, wirklich. Das, was sie tun, ist Berufung. Und die Dinge, mit denen sie handeln, mit denen wollen sie nicht einfach nur Geld machen, sondern diese Dinge lieben und schätzen sie. Und wer, wie "wir alte Hasen" eben schon Jahrzehnte über Floh- und Antikmärkte läuft und dieses Kribbeln im Bauch kennt, wenn man etwas entdeckt, von dem man ausgeht, dass es ein Schnäppchen ist, ein Schatz eben, der versteht genau, was Fabian meint.

Fabian gehört zur neuen Generation, die das Trödeln anders definieren. Hier geht es um Recycling, darum, Dinge nicht wegzuwerfen, sondern zu reparieren, hier geht's um Nachhaltigkeit. Und das ist auch gut so. Wir alten Flohmarkt-Gänger haben an sowas früher nicht gedacht, sondern haben uns einfach nur für die alten Dinge interessiert. Einfach so, warum auch immer. Entweder man mag die alten Dinge eben oder nicht.

Und wer, angeregt durch Bares für Rares oder durch dieses Buch, glaubt, er könne Antiquitäten- und Kunsthändler werden, um die große Kohle zu machen, der durchläuft womöglich eine harte Schule. Denn die Liebe zu den Dingen, mit denen man handelt, ist unabkömmlich, um erfolgreich zu werden.

Fabian erzählt hier natürlich viel von seiner Kindheit und wie er in den Handel da schon hineingewachsen ist, er erzählt von seinen ersten eigenen Versuchen, zu handeln und davon, wie er von Bares für Rares entdeckt wurde. Durch die Sendung hat sich zweifelsfrei viel für ihn geändert. Dass er äußerlich ein ausgefallener Typ ist, mag für den Einen oder Anderen vielleicht was Besonderes sein. Es gibt auch Stellen im Buch, in denen er für mehr Toleranz für tätowierte und gepiercte Menschen wirbt. Erzählt aber auch, dass er durchaus auch schon auf diese Toleranz gestoßen ist. Auf dem Floh- oder Antikmarkt oder auch in der Kunstszene dürfte das allemal kein Thema sein.

In dem Buch finden sich neben einer Rückschau auf sein Leben und die Einblicke, die er uns in sein Leben und Arbeiten gewährt, auch viele, viele Experten-Tipps. Wer schon etwas älter ist und viel Zeit auf Märkten verbracht hat, der wird da nicht viel Neues finden, aber für junge Leute ist das durchaus ein Fundus, geradezu ein Antik-Nachschlagewerk, das sich dazu eignet, mit auf den Markt genommen zu werden. Tatsächlich kann man da immer wieder mal nachsehen. Und wer beim Handeln noch nicht so versiert ist, der findet hier auch nützliche Tipps. Also erstmal ein Buch für die Next Antic Generation, würde ich meinen.

Und das Buch spricht auch Fabians Sprache. Eindeutig. Das ist reizend. Seine Sprache ist manchmal sehr verschnörkselt und verspielt, irgendwie "blümerant", aber das passt ja genau zu dem, was er tut. So, wie bei ihm eben alles irgendwie stimmig ist.

Vielleicht, so könnte man meinen, ist es für ein "Lebenswerk" noch ein bisschen zu früh. Aber da Bares für Rares momentan so hypt, ist man hier halt mit dem Buch auf den Trödel-Zug aufgesprungen. Und das ist ja auch nicht verkehrt. Denn die Liebe zu Altem kann man zwar nicht erlernen, aber man kann sie durchaus wecken. Und dann wird man auch von diesem Fieber infiziert, von diesem Glück, wenn man auf die Jagd geht, um nach einem Schatz zu suchen. Der Weg ist eben manchmal das Ziel. Danke!

FABIAN KAHL - Der Schatzsucher

c) M. / 18.4.2018
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19.4.18 08:33

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