Thriller "UNBESCHOLTEN" Alexander Söderberg - PIPER

 

"Unbescholten" ist ein guter, spannender, aber auch sehr langer und umfangreicher Thriller. Bis man raus findet, worum es wirklich geht, dauert es ein bisschen. Es gibt hier viele Protagonisten und Antagonisten, Privatpersonen, Verbrecher und natürlich eine ganze Horde Polizisten, die alle irgendwie was mit der Story zu tun haben. Um herauszufinden, wer nun wer ist, braucht man Durchhaltevermögen.

Mir persönlich ist dieses Durchhaltevermögen nach einer Weile doch etwas abhanden gekommen. "Unbescholten" verlangt viel vom Leser. Man muss sich merken, wer wer ist und wo die Geschichte gerade spielt. Denn die Story springt wirklich laufend hin und her. Das ist zwar an sich eine feine Sache und ja auch nicht ganz unbekannt. Aber wenn man das Buch nicht am Stück liest, sondern es lediglich zwischendurch immer mal wieder zur Hand nimmt, muss man erst überlegen, wie das Ganze nun zusammen hängt und um wen es gerade geht. Und der Autor springt bei "Unbescholten" wirklich extrem schnell und oft hin und her. Kaum hat man sich gerade in eine Szene eingelesen, schon springt Alexander Söderberg schon wieder zur nächsten.

Gut geschrieben und gut gemeint ist die Geschichte allemal. Es geht hier nicht nur um die verwitwete Krankenschwester Sophie, die mit ihrem Sohn Albert zusammenlebt und während der Arbeit Hector kennen lernt. Sie fühlt sich zu ihm hingezogen. Und er lädt sie zum Essen ein und sie kommen sich auch näher. Aber selbst diese Liebesgeschichte zieht sich etwas dahin. Interessant allerdings die Figur „Lars“. Er ist Polizist und auf Sophie angesetzt. Er muss sie beschatten. Und tut dies mit ganz besonderer Hingabe …

Das alles passiert in Schweden. Dann springt die Geschichte noch nach Russland, Spanien und Deutschland. Und zunächst erahnt man nur irgendwie, dass es um Waffenhandel geht. Aber so ganz klar ist das erstmal nicht. Die ganze Geschichte ist dann noch durchzogen von verschiedenen, sehr umfangreichen Familiengeschichten. Die zwar nicht uninteressant sind, aber doch ein bisschen viel. Und das Eine oder Andere hat dann schlussendlich auch gar nichts mit der Geschichte zu tun.

Wer, wie ich, keine Zeit hat, ein Buch zwei oder drei Stunden am Stück zu lesen, für den gibt es zumindest im hinteren Teil des Buches eine "Personenliste". Die ist für sprunghafte Leser wie mich auf jeden Fall Gold Wert.

Das Fazit ist deshalb schnell zusammengefasst: "Unbescholten" mag für jene Leser ein super Thriller sein, die viel Zeit zum Lesen haben und auch viel Lust, sich in eine sehr weitläufige Geschichte einzulesen. Gut geschrieben ist "Unbescholten" allemal. Wenngleich hin und wieder einfach das eine oder andere Detail nicht nötig gewesen wäre. Trotzdem gelingt es Alexander Söderberg, alle Personen so rüber zu bringen, dass man sie sich nach einer Weile gut vorstellen kann. Ebenso das Umfeld. Also gut geschrieben, eine verästelte, aber durchaus interessante Geschichte. Aber "Unbescholten" verlangt vom Leser viel Aufmerksamkeit. Wer dazu Lust hat, dem wird der Thriller gefallen ...

c) M.

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27.1.14 18:37

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